Kommentar

Weihnachtslichter sind mehr als eine modische Zeiterscheinung

Die hiesigen Adventsbeleuchtungen mit Las Vegas zu vergleichen, ist übertrieben. Und ebenso übertrieben ist es, Lichterketten und leuchtende Sterne pauschal mit «individuellem Kommerz» gleichzusetzen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu.

Jérôme Martinu.

Es blinkt und leuchtet in allen Farben und Formen. Die üppigen Bilder aus Las Vegas sind bestens bekannt. Weihnachten in unseren Breitengraden sei auch «fast schon ein bisschen» wie das Lichterspektakel in der US-Wüstenstadt: «Was früher einmal ein sorgsam dekorierter Weihnachtsbaum war, ist zur blinkenden Lichtinstallation mutiert», wie ein Experte der HSLU – Technik und Architektur schreibt. Die Weihnachtsbeleuchtung an den Gebäuden sei «grell, bunt und laut», eine «modische Zeiterscheinung».

Das stimmt überhaupt nicht. Natürlich, elektrisches Licht ist eine neuzeitliche Entwicklung. Aber auch Feuer, Fackel und Kerze geben Licht. Seit jeher. Kulturgeschichtlich gehört Licht zu Weihnachten wie das Jesuskind in der Krippe. Schliesslich hat der hell leuchtende Stern ja den Weg zum Stall in Bethlehem gewiesen. Ja, zu viele Blingbling-Effekte mögen kitschig wirken und kontrastieren die Besinnlichkeit des Weihnachtsfestes zu stark. Der puristische Lehransatz der Architektur in Ehren. Aber die hiesigen Adventsbeleuchtungen mit Las Vegas zu vergleichen, ist übertrieben. Und ebenso übertrieben ist es, Lichterketten und leuchtende Sterne pauschal mit «individuellem Kommerz» gleichzusetzen. Im Grossen und Ganzen ist der Umgang mit dem Weihnachtslicht vernünftig – und stimmungsvoll! Es entspricht in der dunkleren Jahreszeit ganz offensichtlich einem Bedürfnis vieler.

Schon jetzt wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein frohes, entspanntes und lichterfülltes Weihnachtsfest.