Pfötli-Blog

Wie ich durch die Schildkröte aufgeklärt wurde

Leben mit Tieren, heisst auch täglich viel mit und von ihnen lernen und erfahren. Eine Schildkröte bescherte mir durch eine solche Lektion Lach- und auch ein bisschen Schamröte.

Susanne Hörth
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Schildkröten mögen Blumen und andere Schildis.

Schildkröten mögen Blumen und andere Schildis.

Susanne Hörth

Erzähle ich mit kaum zu bremsender Begeisterung, dass in unserem tierischen Zuhause neben Hunden und Katzen auch Schildkröten leben, so höre ich nicht selten: „Sind die nicht etwas langweilig?“

Nein, ganz sicher nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die gepanzerten Freunde sind, kaum dass sie aus dem Winterschlaf aufgewacht, voller Bewegungs- und Fressdrang. Wo gefressen wird, wird verdaut. Das ist nun einfach so.

Beim Kontrollblick in das Gehege entdeckte ich, dass eine der Schildkröten etwas sehr seltsam unterwegs ist. Sie kam mit den Füssen kaum auf den Boden, torkelte unsicher vorwärts. Ich nahm das Tier hoch, schaute es genauer an und erschrak.

Umgehend rief ich den Tierarzt an. Sagte ihm, eine meiner Schildkröten hätte einen Darmvorfall. „Sofort kommen“, so der Fachmann. Das sei lebensgefährlich und müsse eventuell operiert werden. Also ab ins Auto und Richtung Praxis.

Kaum hatte dort der Veterinär das vermeintlich lebensgefährlich kranke Tier in der Hand, begann er zu lachen. „Das ist kein Darmvorfall. Sie haben da einfach einen sehr potenten Bock.“ Schildkröten sind nicht nur gefrässig, sondern auch ganz besonders liebestoll. Und das stundenlang.