Windenergie: Bevor über ein Verbot abgestimmt wird, müssen Fakten auf den Tisch kommen

Gegner wehren sich gegen die Windkraftprojekte auf dem Stierenberg sowie dem Lindenberg. Um letzteres zu verhindern, wurde eine Gemeindeinitiative lanciert. Der Hitzkircher Gemeinderat lehnt die Initiative ab – zurecht, wie unser Autor findet.

Reto Bieri
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Reto Bieri.

Reto Bieri.

Am Donnerstag sind auf dem Gotthardpass fünf neue Windräder eingeweiht worden. Das hat Seltenheitswert, Windkraftprojekte haben in der Schweiz einen schweren Stand. Tiefe 0,2 Prozent beträgt der Anteil der Windkraft am Gesamtenergiebedarf. Der Grund liegt meist im Widerstand der Bevölkerung vor Ort. Auch im Kanton Luzern bläst Windradbefürwortern ein rauer Wind ins Gesicht. In Hitzkirch wird am 29. November über eine Gemeindeinitiative abgestimmt. Sie will in den Ortsteilen Sulz, Müswangen und Hämikon Windräder grundsätzlich verbieten. Momentan werden zudem in Rickenbach Unterschriften für eine Gemeindeinitiative gesammelt. Sie richtet sich gegen einen Windpark auf dem Stierenberg.

In Hitzkirch argumentieren die Befürworter der Verbotsinitiative, man wolle der Bevölkerung frühzeitig die Möglichkeit geben, mitzureden. Doch das kann sie durch die Initiative nur bedingt. Sie kann Ja oder Nein sagen, nicht aber über ein konkretes Projekt befinden. Ein solches gibt es in Müswangen zwar, es ist aber noch nicht ausgearbeitet. Im Gegensatz dazu kann sich die Bevölkerung im benachbarten Beinwil im Freiamt in einem Mitwirkungsverfahren detailliert über einen geplanten Windpark informieren lassen. Es ist deshalb folgerichtig, dass der Hitzkircher Gemeinderat die Initiative ablehnt. Zuerst sollen alle Fakten auf dem Tisch liegen, bevor das Volk endgültig entscheidet. Diese Chance haben die Windradplaner verdient. Und mehr noch die umweltfreundliche Energiequelle.