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Kommentar

Zeit für neue Billette – es braucht andere Wege für Sport- und Kultursubventionen

Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Zürich, Basel, Bern, St.Gallen, Aarau, Zug und und und. Während in den meisten Städten und Gemeinden die Billettsteuer schon lange abgeschafft wurde, kann sie im Kanton Luzern kommunal immer noch erhoben werden. Die Stadt Luzern verlangt zehn Prozent Abgaben pro verkauftes Ticket. Jetzt stellt die FDP das Billettsteuer-Gesetz in Frage. Auch weil die Steuer dem für die Stadt wichtigen und unter finanziellem Druck stehenden Blue Balls Festival mehr schadet als nützt. Soll die historisch wohl im Mittelalter als Vergnügungssteuer entstandene Abgabe weg?

Krux sind die Subventionen für Sportvereine, Veranstaltungen und Kulturinstitutionen. Diese stammen aus der Billettsteuer, würden mit deren Streichung also wegfallen. Die Fördergelder stehen aber nicht zur Debatte. Unsere wohlhabende Gesellschaft soll es sich leisten können, einem erheblichen Teil der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in den Bereichen Sport und Kultur wieder etwas zurückzugeben.

Es braucht also andere Wege für Sport- und Kultursubventionen. Das wird in den allermeisten Städten und grossen Gemeinden ja bereits praktiziert, zum Beispiel über die ordentlichen Budgets. Das althergebrachte System Billettsteuer – das vielerorts in den letzten zehn, zwanzig Jahren abgeschafft wurde – mag auf den ersten Blick bewährt sein. Bei genauer Betrachtung wird indes klar, dass es kaum mehr zeitgemäss ist. Es wird zu viel Geld einkassiert und wieder rückerstattet. Diese Umverteilung ist ineffizient, nicht sinnvoll. Zeit für neue Billette!

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