Kommentar

Zukunft des Luzerner Theaters: Bitte kein «Theater light»

Unser Autor Robert Knobel äussert sich zum künftigen Betriebsmodell des Luzerner Theaters.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Robert Knobel

Robert Knobel

Politiker aus Stadt und Kanton Luzern fordern eine inhaltliche Debatte über das künftige Betriebsmodell des Luzerner Theaters. Das verwundert nicht – die Diskussionen drehen sich seit Jahren im Kreis. Die Gründe liegen beim Desinteresse weiter politischer Kreise, aber auch bei der Zerstrittenheit der Direktbetroffenen (Theater und freie Szene).

Weiterentwicklung statt Zerstörung von Bewährtem

An diesen Problemen ist schon die Salle Modulable gescheitert. Deshalb sollte man jetzt nicht das Rad neu erfinden wollen, etwa indem man das Luzerner Theater zum reinen Gastspielhaus ohne eigene Ensembles macht. Günstig eingeflogene Operntruppen aus Osteuropa mögen die Subventionsgeber erfreuen, fördern aber bestimmt nicht Luzerns Ruf als Kultur-Weltstadt. In diesem Kontext lohnt sich ein Vergleich zum KKL: Auf dem Papier zwar ein reines Gastspielhaus – doch der viel zitierte «Leuchtturm» am Europaplatz strahlt in erster Linie dank fixer Luzerner Grössen in die Welt hinaus: Lucerne Festival, Luzerner Sinfonieorchester, Blue Balls oder World Band Festival. Daran soll sich auch das Theater orientieren. Es soll ein Luzerner Theater mit überregionaler Ausstrahlung bleiben.

Erneuerung bedeutet nicht Zerstörung von bewährten Strukturen, sondern Weiterentwicklung. Konkret bedeutet dies: Verstärkte Öffnung hin zu einer Plattform für lokale und auswärtige Künstler sowie engere Kooperation mit anderen vergleichbaren Häusern in der Schweiz. Das Luzerner Theater darf nicht dasselbe Schicksal erleiden wie die kantonalen Museen, denen unter dem Deckmantel der «Erneuerung» jegliche Perspektive einer Ausstrahlung über Luzern hinaus genommen wurde.

Mehr zum Thema