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Kolumne

Zur Ehre verknurrt

Michael Graber

Neulich wurde ich mal wieder zu einer Sache verknurrt. Eine, die ich gar nicht machen wollte, weil ich sie nicht immer gerne mache. Und weil sie zusätzliche Arbeit bedeutet. Auch wenn die Zuständigen versichern, dass man das in «fünf Minuten dazwischen» erledigen könne. Das ist übrigens einer jener Sätze, die immer gelogen sind, egal, in welchem Zusammenhang sie verwendet werden.

Da die Verknurrenden das Verknurren weniger schlimm machen wollen, drehen sie den Spiess um. Es sei doch eine «Ehre», auserwählt worden zu sein. Schliesslich traue man es mir zu, diese Aufgabe a) gut zu machen und b) sie in den «fünf Minuten dazwischen» erledigen zu können. Eigentlich wurde mir die «Ehre» deshalb zuteil, weil ich mich nicht gewehrt habe. Wenn ein Boxer ohne Gegenwehr verprügelt wird, spricht niemand von einer «ehrenhaften Niederlage».

Sei’s drum. Wie bei allen Arbeiten, zu denen man mich verknurrt hat (aufräumen, auspacken, Grossmutter schreiben), habe ich auch diese Arbeit erledigt. Es war das Schreiben dieser Kolumne. Gedauert hat es 36 Minuten. War mir eine Ehre.

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