Kommentar

Zur Kritik an der touristischen Werbetrommel: «Das Geschäft mit den schönen Bildern ist nicht zu unterschätzen»

Der Entlebucher Biosphäre-Direktor Theo Schnider übt Kritik an den zig Marketingkampagnen, die das Tourismusgeschäft wieder ankurbeln sollen. Redaktorin Evelyne Fischer sagt, warum sich diese auf lange Sicht lohnen könnten.

Evelyne Fischer
Drucken
Teilen
Evelyne Fischer.

Evelyne Fischer.


«Teile ein Bild von deinem Lieblingsplatz rund um Andermatt. Verwende dabei den Hashtag #uelaandermatt»

Die Werbeaktion von Andermatt Swiss Alps, dem Feriendorfprojekt von Samih Sawiris, ist in guter Gesellschaft: Wie Pilze schiessen derzeit sogenannte Recovery-Kampagnen aus dem Boden. Werbeprogramme, welche die Reiselust wecken sollen, um den gebeutelten Tourismus wieder anzukurbeln.

Die Massnahmen stossen nicht überall auf Gegenliebe: Theo Schnider, Direktor der Biosphäre Entlebuch, spricht von einer «Geldfressermaschine», von «reiner Imagewerbung», von «viel Blablabla». Gewiss: Ohne buchbare Angebote, die Wertschöpfung generieren, lassen sich die Ausfälle der nächsten Monate nicht abfedern. Doch Schniders Kritik in Ehren: Dem Entlebucher Bergbahnen-Fahrplan gaben noch nie ausländische Gäste den Takt vor. Andere Zentralschweizer Gebiete sind vom Wegfall dieser Touristenströme weit mehr betroffen.

In der langfristigen Perspektive darf das Geschäft mit den schönen Bildern nicht unterschätzt werden. Eine neue Studie unter der Leitung der Uni Luzern zeigt: Vor allem bei der jüngeren Generation hat Influencer-Marketing einen hohen Stellenwert. Über die Hälfte der gut 1300 Befragten im Alter von 13 bis 30 Jahren informiert sich über Produkte gezielt in den sozialen Medien. Selbst Landregionen wie dem Entlebuch, die sich oft als Familiendestinationen positionieren, dürfte es daher nicht schaden, auf diesem Weg schon heute die Eltern von morgen anzusprechen.

Mehr zum Thema