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Post-Konzern: Zurück zu den Kernaufgaben

Der Leiter der Zentralschweiz am Sonntag über den Velo-Verleih Publibike des Post-Konzerns.
Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

Der Post-Konzern hat es derzeit nicht leicht. Nach den aufgedeckten, millionenschweren Subventionstricksereien der Postauto AG, die noch aufgearbeitet werden, besteht ein weiteres Sorgenkind. Über die Postauto AG-Tochter Publibike tritt der Konzern in ausgewählten Städten der Schweiz auch als Veloverleiher auf. Oder besser gesagt wieder auf. Im August und September wurden Hunderte der Velos geknackt und gestohlen. Die Schlösser wurden nun aufgerüstet, und Diebstähle waren bisher kein Problem mehr.

Doch was bleibt, ist der finanzielle Schaden. Damit ist nicht der Verlust an Velos an sich gemeint (die Schätzung liegt bei rund 300 000 Franken), sondern die Folgekosten. Inklusive Ertragsausfällen gehen Expertenschätzungen von bis zu 1,5 Millionen Franken aus (siehe Seite 5). Schätzungen braucht es, da Publibike keine Geschäftszahlen öffentlich macht. Anhaltspunkte gibt es ausgerechnet nur im Untersuchungsbericht zur Subventionsaffäre der Postauto AG. Dort zeigt sich, dass Publibike 2014 und 2015 insgesamt 3,8 Millionen Franken Verlust gemacht hat. Da das Unternehmen seither deutlich gewachsen ist (vervielfachter Velobestand, doppelt so viel Personal), wird die Rechnung noch deutlich rotere Zahlen als das beinhalten. Die Schätzungen gehen bis zu 10 Millionen Franken für die letzten zwei Jahre.

Gut funktionierende Mobilitätslösungen über spezielle Velo-Verleih-Lösungen gibt es von privaten Anbietern. Als staatlicher Anbieter aufzutreten und dann noch nicht notwendige Verluste mit öffentlichen Geldern zu schreiben, ist unnötig. Zudem wird vielen Bürgern aufgrund des geografisch begrenzten Angebots Publibike sowieso kaum ein Begriff sein.

Im Gegensatz zu den Postauto-Mauscheleien liegt bei Publibike unternehmerische Fehlkalkulation zu Grunde. Mit der Bearbeitung des Subventionsskandals und dem Ziel, wieder Vertrauen zu schaffen, wäre spätestens auch jetzt die Zeit gekommen, sich von Experimenten ausserhalb des Kerngeschäfts zu verabschieden. Und das zu leisten, was private Unternehmen nicht oder nur schlechter können. Velo-Verleih-Lösungen gehören offensichtlich nicht dazu.

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