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Peach Weber: Wer etwas Kompliziertes nicht einfach erklären kann, ist ein fachspezifischer Nichtsnutz

Experten brauchen gerne Fremdwörter. Erstens, um das gemeine Volk vom Gespräch auszuschliessen. Und zweitens, um sich aufzuplustern.
Peach Weber
Komiker Peach Weber.

Komiker Peach Weber.

Haben Sie auch schon mal in einer Kunstausstellung heimlich gedacht: So ein Gekritzel brächte meine zwölfjährige Nichte auch zustande. Lassen Sie sich ja nicht einreden, dass immer Sie schuld sein sollen, wenn Sie etwas absolut nicht verstehen. Und glauben Sie nicht unbedingt den Worten des Experten, dass der Künstler nach jahrelangem Philosophieren über Gott und die Welt und vor allem durch das Analysieren der Situation in Syrien schlussendlich auf die Idee kam, mit Fuchskot ein krummes Viereck auf eine alte Windjacke zu malen.

Kunst muss eine Botschaft übermitteln oder ein Aufschrei sein, sie muss aber vor allem stark sein. Wenn aber als einzige Botschaft aus dem Bild schreit: Hilfe, ich kann nicht zeichnen und möchte aber auch nicht arbeiten gehen! – das reicht nicht, da kann ein Kunstexperte noch so lang schwärmen.

Übrigens, Experten brauchen vor allem gerne Fremdwörter, erstens, um das gemeine Volk vom Gespräch auszuschliessen und zweitens, um sich aufzuplustern. Jede Berufsgruppe kultiviert da ihren speziellen Wortschatz. Wer aber nicht fähig ist, etwas in einfacher Sprache zu erklären, auch wenn es kompliziert ist, der ist ein fachspezifischer Nichtsnutz. Ein wirklicher Experte kann die Grundzüge der Relativitätstheorie so erklären, dass sogar ich sie verstehe, also jeder. Das Gleiche gilt für die Politik. Auch da wird dem normalen Menschen ständig eingeredet, er verstünde halt nichts davon.

Dabei haben wir zwei ja noch Glück, wir leben in der Schweiz und können immer wieder abstimmen. Nicht wie in immer mehr Teilen der Welt, in denen regierende Volltrottel mit Hilfe von Unterdrückung und Korruption sich eine Diktatoren-Position erschaffen haben, aus der sie nicht einmal mehr herauszubomben wären. Orbán, Erdogan, Kim Jong Un, Trump oder die meisten afrikanischen und südamerikanischen Präsidial-Armleuchter, die in goldenen Badewannen mit 400 Jungfrauen die Bodenschätze des ganzen Landes verprassen, während ihr Volk weder Trinkwasser noch zu essen hat.

Dazu kommt eine neue Generation von Digital-Schnuderbuben wie Zuckerberg, die daran arbeiten, die absolute Herrschaft über die digitale Welt zu übernehmen. Wir schauen ihnen zu und schreien sogar auf, wenn jemand versucht, ein kleines Stück ihrer grenzenlosen Freiheit zu beschneiden. Glauben Sie mir, viele Experten wissen nicht viel mehr als Sie! Sicher, in Detailgebieten wie Quantenphysik oder Teilchenbeschleunigung schon, aber in den grossen Zusammenhängen fehlt ihnen total die Übersicht. Sie schauen nämlich meistens völlig fasziniert auf ihr mickriges Teilgebiet.

Denken Sie immer daran, es waren absolute Experten, die für eine Autofirma eine raffinierte Software entwickelt haben, um die ganze Umwelt zu bescheissen. Mit der gleichen Energie hätte man auch das wahre Problem lösen können. Denken Sie daran, dass in Fukushima absolute Experten am Werk waren, die unter Einsatz ihrer ganzen «Intelligenz» eine imposante Katastrophe fertig brachten. Applaus, Applaus. Denken Sie auch daran, dass an den jährlich stattfindenden Klima-Konferenzen Hunderte von Experten eine Woche lang feudal logieren und parlieren und es passiert Nullkommanix. Vor allem auch darum, weil die eventuell noch beschlossenen, winzigen Absichtserklärungen von einem senil-debilen US-Präsidenten mit einem fiesen Lächeln vom Tisch gewischt werden können, während die Weltuhr auf fünf nach zwölf steht.

Wenn Sie da ein paar Freunde dazu überreden, eine Woche auf das Auto zu verzichten, haben Sie fast mehr erreicht für den Klimaschutz.

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