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Stans West aus Solidarität?

Zur Abstimmung über die Umfahrungsstrasse Stans West vom 27. November.

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Es gibt Stimmen, die ein Ja zu Stans West aus Gründen der Solidarität fordern. Sie verweisen dann auf die Sanierung der Kehrsiten- und Wiesenbergstrassen. Stimmt das? Es ist etwas weit hergeholt! Wiesenberg- und Kehrsitenstrasse waren im Landrat kein Thema von Solidarität, sondern Ausdruck der Pflicht, Kantonsstrassen zu sanieren. Um Solidarität ging es bei der Umfahrungsstrasse für Notfälle zwischen Emmetten und Seelisberg – und dort sagte der Landrat deutlich Nein. Nichts von Solidarität.

Solidarität heisst zudem, man hilft jenen, die in Not sind, Hilfe brauchen. Wie aber sollte dies der Fall sein, wenn im Landrat fast alle Landrätinnen und Landräte aus Stans die Vorlage Stans West abgelehnt haben, weil sie Alternativvorschläge wollten (wie viele andere auch, die aber in der Abstimmung unterlagen). Wer also Solidarität einfordert, sollte zuerst prüfen, ob das Argument überhaupt taugt. Es ist mit der Solidarität bei Stans West wie mit der Entlastungswirkung: zu wenig wirksam, zu wenig umfassend, zu wenig alternative Optionen und dies alles bei enorm hohen Kosten: darum Nein zu Stans West.

Thomas Wallimann, Landrat Nidwalden, Ennetmoos