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Ein Neubau ist wirtschaftlicher

Zur Abstimmung über die Sanierung und Erweiterung der Psychiatrie Sarnen.

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Nebst den Bedenken zum Denkmalschutz sind es die Kosten der Sanierung und Erweiterung des Psychiatriegebäudes, die zu einem Referendum geführt haben, sodass am 25. September nun das Volk das letzte Wort zum Objektkredit hat. Wenn wir von den Gesamtkosten von 22,08 Millionen Franken die Förderbeiträge abziehen, bleibt eine Nettoinvestition von 21,7 Millionen Franken. Mit einem Mietzins von 725’000 Franken pro Jahr ergibt sich eine Bruttorendite von 3,34 Prozent. Das ist ein vernünftiger Wert für ein Gebäude, das der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe dient.

Auch bei anderen öffentlichen Gebäuden sieht es ähnlich aus: Das Kantonsspital weist mit einer kalkulierten Miete von 3,45 Millionen Franken eine Bruttorendite von 3,52 Prozent, die Kantonsschule eine solche von 1,66 Prozent aus. Im Vergleich dazu: Im Geschäftsbericht 2021 der Obwaldner Kantonalbank ist die Rendite der Partizipationsscheine für das Jahr 2021 mit 3,25 Prozent (Jahr 2020: 3,06 Prozent) ausgewiesen.

Man kann auch anders rechnen: Mit einem Mietzins von 725’000 Franken pro Jahr und einer Mietdauer von 30 Jahren erhalten wir 21,75 Millionen Franken Geld zurück. Der Zeitwert des Gebäudes beträgt heute 3,3 Millionen Franken und wird nach der getätigten Investition bei einer jährlichen Reduktion des Zeitwertes um ein Prozent im Jahr 2054, also eben nach 30 Jahren, noch 16,7 Millionen Franken betragen.

Das heisst nach 30 Jahren haben wir einen Grossteil des Geldes zurück, über das wir heute entscheiden und haben dann immer noch ein Gebäude, welches fünfmal mehr wert ist, als das heutige Gebäude.

Was wäre die Alternative? Das heutige, nicht sanierte Psychiatriegebäude würde bald dem Schicksal überlassen, da es kaum noch für einen Psychiatriebetrieb taugt. Bleiben würde also eine Bauruine, die dem Kanton überhaupt keine Rendite bringt. Ich glaube nicht daran, dass das Gebäude einfach so aus dem Denkmalschutz entlassen werden kann. Ebenso wenig glaube ich, dass unter dem Regime des ISOS (Inventar der schützenswerten Ortsbilder) ein Neubau möglich ist, der mit der heute vorliegenden Projektlösung vergleichbar ist. Darum Ja zum Objektkredit für eine Sanierung und Erweiterung des Psychiatriegebäudes in Sarnen.

Peter Wälti, Giswil, Alt CVP/Mitte Kantonsrat und Alt Kantonsratspräsident