Bildung
Aus zwei Angeboten mach ein Integrations-Brücken-Angebot

Im Integrations-Brücken-Angebot Zug (I-B-A) treffen Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund aufeinander. Seit August 2022 ist die Vielfalt durch die Zusammenlegung mit dem Angebot für Erwachsene weiter gestiegen.

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Alle Lernenden am Integrations-Brücken-Angebot (I-B-A), unabhängig vom Alter oder der Herkunft, sollen möglichst entsprechend ihren Bedürfnissen gefördert werden, um einen nachhaltigen Einstieg in den Schweizer Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu schaffen. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Zuger Volkswirtschaftsdirektion hervor.

Im Zentrum stehen dabei Selbstverantwortung der Lernenden und der weitere Aufbau der für den nächsten beruflichen Schritt notwendigen Kompetenzen. Am 22. August ist das Angebot zum ersten Mal im neuen gemeinsamen Layout gestartet.

Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus. «Die Lernenden haben – unabhängig vom Alter – viele Gemeinsamkeiten, da sie alle irgendwo im Integrationsprozess stehen und eine Ausbildung machen oder eine Arbeit finden wollen. Daraus ergeben sich Synergien, welche diese Zusammenlegung absolut sinnvoll machen», wird Angebotsleiterin Michaela Arnold in der Mitteilung zitiert.

Einblicke in den facettenreichen Alltag

Das I-B-A gehört zum Amt für Brückenangebote und ist damit Teil der Zuger Volkswirtschaftsdirektion. Ali Reza und Ahmad gehören zu den knapp 70 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 48 Jahren aus 15 verschiedenen Nationen, welche zur Zeit am I-B-A ihre Kompetenzen erweitern.

Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut besucht den Unterricht des Integrations-Brücken-Angebots

Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut besucht den Unterricht des Integrations-Brücken-Angebots

Bild: Integrations-Brücken-Angebot

Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut will wissen, wie die Zusammenlegung der beiden Angebote für Jugendliche und für Erwachsene im Alltag aussieht: «Was macht dich glücklich?» Ali Reza überlegt nur kurz: «Fussball spielen, Freunde und Sicherheit.». Der 20-jährige Afghane öffnet sich bereitwillig in der Lernsequenz zum Thema «Glück» und gibt Silvia Thalmann-Gut einen persönlichen Einblick. Seit etwas mehr als einem Jahr besucht er das I-B-A für Jugendliche.

Sein Ziel: eine Berufslehre absolvieren, am liebsten in der Automobilbranche. Was er dazu noch braucht? Mehr Deutschkenntnisse, Unterstützung im Bewerbungsprozess, tiefere Kenntnisse in Mathematik, Informatik und vor allem Begleitung beim Integrationsprozess in die hiesige Kultur und Arbeitswelt.

Unterstützung beim Finden von Anschlusslösungen

Einen Raum weiter im Lernatelier steht der 28-jährige Ahmad aus Syrien am Hochtisch. Er ist daran, seinen Lebenslauf zu erstellen. Er besucht seit wenigen Wochen das I-B-A für Erwachsene. Auf die Frage von Silvia Thalmann-Gut, welcher Arbeit er in der Schweiz nachgehen möchte, kommt er ins Schwärmen: «Interkultureller Vermittler oder Sozialarbeiter wäre ein Traumjob für mich. Ich mache bereits jetzt in meiner Freizeit viel, um Menschen zusammenzubringen.»

Und spontan erklärt er der Volkswirtschaftsdirektorin die Projekte, die er in Zug in diesem Zusammenhang bereits unterstützt und organisiert. Was er vom I-B-A noch braucht? Unterstützung beim Finden einer passenden Anschlusslösung, Bewerbungstraining und allenfalls noch mehr Information, welche anderen Berufswege für ihn in Frage kommen.

Michaela Arnold fasst zusammen: «Die beiden Männer mögen einen unterschiedlichen Hintergrund haben und verschiedene Zukunftsvorstellungen. Gemeinsam ist Ihnen, dass sie mitten im Integrationsprozess stehen. Das I-B-A leistet hier einen Beitrag und begleitet sowohl Jugendliche als auch erwachsene Lernende beim nächsten Schritt ins Berufsleben.» (haz)