Leserbrief
Demontage nach Zuger Manier?

«Anwohnende fordern Barriere-Abriss», Ausgabe vom 6. August

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Gerade imposant erscheint er nicht, der Protest gegen die Schranke bei Arbach. Interessant die Tatsache, dass das Zahlwort «Drei» bei der Breite des «Protests» in der Überschrift keinen Platz fand. Dem winzigen Stammtisch gelang es offensichtlich auch nicht, alle Adressaten richtig herauszufinden.

Doch schön der Reihe nach: Die Sperrung der Alten Baarerstrasse zwischen Arbach und der Göblistrasse war vor zehn Jahren (also vor Baubeginn!) durch Planauflage mit den Anwohnern abgesprochen. Dass sie erst neun Jahre später – wie im Kanton Zug für sogenannte flankierende Massnahmen üblich – tatsächlich realisiert wurde, ist rechtlich nicht relevant.

Die Sperrung bewirkt einerseits eine bessere Sicherheit für die zahlreichen Zweiradfahrer zur Kantonsschule (was der «offene Brief» unterschlägt!) und andererseits einen Umweg für jene Autofahrer, die sich für die paar hundert Meter Luftlinie Arbach–Loreto tatsächlich auf das Motorfahrzeug «angewiesen» fühlen. Ein noch schlechteres Argument ist natürlich die Kapitulation vor dem Vandalismus. Wie man zwischen den Zeilen lesen kann, sind anscheinend weder die Anwohner noch die Polizei bereit, für das Ausfindig-Machen der Verursacher etwas zu tun. So bleibt halt nur die Videoüberwachung mit der unvermeidlichen Verteuerung des Strassenbudgets.

Vollmundige Versprechungen betreffend flankierende Massnahmen im Zusammenhang mit Strassenprojekten und ihre tatsächliche Realisierung nach Eröffnung der Asphaltpisten – da liegen im Kanton Zug tatsächlich oft Welten dazwischen. Auch der Unterzeichnete hat dies in Leserbriefen schon wiederholt angeprangert. In einem Punkt haben die Verfasser des offenen Briefs allerdings schlechte Karten, wie einer von ihnen selber zugibt: An der fraglichen Strecke liegt kein einziger Gewerbebetrieb, sodass er nicht mit wahrscheinlichen Konkursen und dem Verlust der Arbeitsplätze drohen kann.

Jürg Röthlisberger, Cham