Leserbrief
Ein Geschenk, das man lieber nicht bekommen hätte

«Stadt Zug: Steuerrabatt statt Steuersenkung», Ausgabe vom 7. Dezember

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Leider hat der Grosse Gemeinderat Zug an seiner letzten Sitzung im Jahr einen Steuerrabatt von 2Prozent beschlossen. Dies unter anderem mit der Begründung, das Geld gehört dem Zuger Volk, also muss es auch dahin zurück.

Hier gilt es, genau hinzuschauen, denn mit diesem Steuerrabatt bekommen 80Prozent der Zuger Steuerpflichtigen zwischen 0 und 80Franken als «Geschenk» und 20Prozent der Einkommensstarken erhalten extrem viel mehr. Die SP ist klar gegen einen Steuerrabatt und eine Steuersenkung, denn dieses «Race to the bottom» treibt unweigerlich die Mietpreise in die Höhe und zieht weiterhin finanzkräftige Leute nach Zug.

Wir von der SP haben deshalb vorgeschlagen, dass, wenn schon ein Rabatt gewährt wird, dann wenigstens 300 Franken pro Steuerpflichtigen. Es ist mir bewusst, dass dies nicht viel ist, aber für tiefe Einkommen, die jeden Franken zweimal umdrehen müssen, kann dies in der aktuellen Situation mit der Teuerung helfen. Damit könnten zum Beispiel Weihnachtsgeschenke gekauft werden, mal in ein Restaurant gehen oder was auch immer die Steuerpflichtigen benötigen. Leider wurde dieser Vorschlag hoch abgelehnt. Es sei viel zu kompliziert. Dieses Argument ist nur vorgeschoben, da man dies gar nicht umsetzen möchte. Als Fazit bleibt: 80Prozent der Steuerpflichtigen bekommen einen kleinen Franken-Betrag als Rabatt und die Aussicht auf weiter steigende Mietpreise.

Es ist wie ein Weihnachtsgeschenk, das man lieber nicht bekommen und ausgepackt hätte. Schliesslich gehört es sich, dass man Danke sagt auch bei solchen Geschenken. Die Frage ist hier nur für was.

Ivano De Gobbi, Fraktionschef SP im Grossen Gemeinderat Zug