Leserbrief
Irrationaler Gesundheitskult versus Glauben

«Steigende Fallzahlen: Nun kehren die Masken zurück», Ausgabe vom 18. Oktober

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Der aktuell grassierende Gesundheitskult ist die wohl grösste Gefahr für unsere Gesundheit. Prävention und Teststäbchen haben die Oberhand gewonnen und das Weihwasser oder den Glauben verdrängt.

Früher gingen wir zur Beichte, heute lassen wir uns testen. Wir haben mehr Reliquien als je zuvor und glauben, statt zu denken. Früher machten uns die Kleriker ein schlechtes Gewissen und vermiesten uns das Leben, heute sind es die Gesundheitskonzerne unterstützt von den Gesundheitspolitikern. Schauen Sie sich die Werbung an: fast nur Werbung für scheinbar notwendige Gesundheitsprodukte. Da werden Hygieneartikel verkauft, die 99 Prozent Schutz gegen Bakterien versprechen, und wir wundern uns, weshalb wir immer schwächer werden. Wäre die Werbung ein Gesundheitsmassstab, müsste man zum Schluss kommen, dass 99 Prozent der Bevölkerung todkrank ist.

Die meisten Krankheiten besiegt man am besten mit massvollem Leben und mit der Suche nach dem Gleichgewicht. Die alte Medizin wusste das noch, bevor sie durch die wirtschaftlichen Interessen pervertiert wurde. Ich bin der festen Überzeugung: Mehr Glaube, mehr Demut vor dem Schicksal, mehr Naturverbundenheit hülfen mehr als sinnlose Aktionen wie die Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog oder regelmässige Impfungen.

Ich will eine evidenzbasierte Medizin, keine klerikal angehauchte, bevormundende und gesundheitsschädliche.

Michel Ebinger, Rotkreuz