Leserbrief
Oberägeri ist dem Kanton schlicht egal

«Richtplan wird angepasst», Ausgabe vom 14. November.

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Aktuell wird jetzt ein dringendes und schnelles Vorgehen gegen den Verkehr im Ägerital gefordert. Für das ganze Ägerital? Nein. Leider wird einmal mehr und wie immer mit zwei Ellen gemessen.

Wieder einmal wird Unterägeri bevorzugt und als alleiniger Vertreter des Ägeritals gesehen. Sogar die Kantonsräte von Oberägeri machen bei der ganzen Geschichte mit und zeigen ihrer eigenen Gemeinde die kalte Schulter. Entgegen ihren Wahlversprechen vom 2. Oktober 2022 setzen sich die Kantonsräte von Oberägeri nicht für ihre Gemeinde ein. Liebe Politiker, nicht nur Unterägeri muss dringend umfahren werden, sondern Oberägeri genauso.

Es ist dieselbe Hauptstrasse, welche durch Unterägeri verläuft und nach 1,8 Kilometern auch durch das Dorf Oberägeri führt. Derselbe Verkehr welcher durch Unterägeri rollt, rollt also auch durch Oberägeri. Da stellen sich schon Fragen:

Ist die Gemeinde Oberägeri dem Kanton Zug, geschweige seinen eigenen Kantonsräten nichts wert?

Haben die Einwohner von Oberägeri kein Recht, ohne Verkehrslärm zu leben?

Ist Verkehrssicherheit für die Bevölkerung von Oberägeri nicht notwendig?

Warum setzen sich der Gemeinderat und die Kantonsräte von Oberägeri nicht für die Bevölkerung ein?

Die Verkehrsführung durch das Ägerital ist seit Jahren bereits ein bekanntes Problem und verschärft sich fast monatlich. Nun wurde sogar noch der ÖV aufgestockt. Dieser beinhaltet neu alle 7 Minuten einen Bus mit Anhänger (fast oder ganz leer) nach Zug und zurück.

Die Gemeinde Oberägeri befindet sich in einer Ortsplanungsrevision. Somit sollte man eigentlich annehmen, dass gerade jetzt in Verkehrsfragen in die Zukunft geschaut werden muss.

Tatsache ist, dass in der Sache Verkehrsprobleme von der Gemeindeführung Oberägeri weder ein Projekt noch eine ernst gemeinte Lösung erarbeitet wurde. Einmal mehr verschläft es die Gemeinde Oberägeri, Nägel mit Köpfen zu machen. Eine nachhaltige Lösung der Verkehrsprobleme von Oberägeri liegt alleine in einem gemeinsamen Umfahrungstunnel durch das Ägerital. Wenn der Tunnel endlich stehen würde, könnten wir über eine massive Aufwertung der Dörfer Unter- und Oberägeri sowie deren Uferbereich vom Ägerisee, wie z.B. Verkehrsberuhigungen oder Tempo 30 diskutieren. Vorher wäre das nur Zeitverschwendung und eine weitere Verschaukelung der Einwohner von Oberägeri.

Heiri Kuhn, Oberägeri