Leserbrief
Sind Tagesplätze ein Risiko?

«Neues Pflegezentrum ohne Tagesplätze», Ausgabe 29. Juli

Drucken

In den Abstimmungsunterlagen der Gemeinde Risch vom 26. September 2021 steht zu lesen: «Auch wenn in den letzten Jahren die Nachfrage nach Tagesheimplätzen von Rischer Einwohnerinnen und Einwohnern tief war und aktuell die Bereitstellung eines solchen Angebots durch Entscheid der Organisation Langzeitpflege der Zuger Gemeinden erfolgt, sucht der Gemeinderat nach einem Weg, ein solches Angebot in Rotkreuz einzurichten. Die baulichen Voraussetzungen für die Betreuung von älteren Menschen im Rahmen von Tagesheimplätzen sind mit dem vorliegenden Projekt gegeben.»

In dieser Zeitung vom 29.Juli 2022 steht zu lesen: «Neues Pflegezentrum ohne Tagesplätze. Beim Grossprojekt des neuen Pflegezentrums in Rotkreuz sind 73 Betten sowie 60 Alterswohnungen geplant. Eine Tagesstätte wird es nicht geben.»

Und jetzt, was gilt? Eine klare Stellungnahme des Gemeinderates wäre angebracht. Im Zeitungsartikel wird zwar noch aufs Altersleitbild 2023 bis 2040 verwiesen.

Natürlich geht es wie immer auch hier ums Geld. Tagesplätze, Ferien- oder Gästezimmer, welche nicht ausgelastet sind, bedeuten ein finanzielles Risiko, das offenbar niemand zu tragen bereit ist. Die Notwendigkeit für eine zukunftsgerichtete Institution ist wohl erkannt, aber die Plätze sind zu teuer.

Diejenigen, die künftig diese Plätze beanspruchen würden, haben während Jahren den Steuertopf der Gemeinde gespeist. Würde es einer so wohlhabenden Gemeinde nicht gut anstehen, dieses Risiko für seine Einwohnerinnen und Einwohner zu übernehmen und auf die beinahe jährlichen Steuersenkungen zu verzichten?

Die beiden erschienenen Leserbriefe der Getreuen des zuständigen Gemeinderates mögen die aufgebrachten Gemüter der Seniorinnen und Senioren über das Verhalten des Gemeinderates nicht zu beruhigen.

Marianne Stutz, Buonas