Leserbrief
Wer beteiligt sich finanziell an der Veloinfrastruktur?

Zu den Kosten der Veloinfrastruktur

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In letzter Zeit wird immer wieder gefordert, dass die Velofahrenden auch Verkehrsabgabe zahlen sollten. Die Logik hinter dieser Forderung ist wahrscheinlich sehr einfach: Die Veloinfrastruktur wird den Velofahrerinnen und Velofahrern «gratis» zur Verfügung gestellt, sie wird sogar von den Autofahrenden bezahlt.

Wenn man es genauer anschaut, der einzige Weg, über welchen die Autofahrer für die Veloinfrastruktur zahlen, ist der Beitrag des Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds (NAF) zu den (notorisch wenig ausgenutzten) Agglomerationsprogrammen, wo neben den Strassenprojekten auch die Veloinfrastruktur unterstützt wird. Die Gemeindestrassen, die ungefähr 70 Prozent des Strassennetzes darstellen, werden aber von den Steuergeldern finanziert, das heisst auch von den Velofahrenden.

Auf der anderen Seite werden «umweltfreundliche» Fahrzeuge unterstützt in dem sie von den Steuern teilweise oder sogar ganz befreit werden. Diese, genauer gesagt «weniger umweltbelastende», Fahrzeuge nehmen genau so viel Platz wie die klassischen Modelle ein und machen damit gleich viel Druck auf die Strasseninfrastruktur.

Aber der Hauptgrund, warum die Velofahrenden nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden sollen, ist die Tatsache, dass der Veloverkehr die Umwelt unvergleichbar weniger als der Motorisierte belastet und gleichzeitig unsere Gesundheit und Wohlbefinden fördert.

Goran Vejnovic, im Namen des Vorstands des Verkehrs-Clubs der Schweiz, Sektion Zug