Leserbrief
Zwischen Klimarettung und Behinderung der Lebensrettung

«Illegal bleibt illegal», Ausgabe vom 4. November

Drucken

Als Jugendlicher erlebe ich derweil eine bewegte Zeit. Der Ukraine-Konflikt, die Coronakrise, Versorgungsunsicherheiten und nicht zuletzt die Klimaherausforderungen. Ein positiver Effekt davon ist, dass die Jugend sich zu diesen Problemen einbringen möchte. Dies mit verschiedenen Ideen.

Eine Idee ist es, sich mittels Klebstoffs auf öffentlichen Strassen zu verbarrikadieren. Ob solches Verhalten bestraft oder gar gefördert werden soll, sehen nicht alle gleich.

Kürzlich erschien ein Bericht, Klimaaktivisten haben ein Rettungsfahrzeug blockiert. Dieses kam dadurch deutlich später zur verunfallten Person. Diese Person ist nun hirntot. Mein Beileid den Angehörigen. Vielerorts ist es für Blaulichtorganisationen Alltag, Umwege zu fahren, aufgrund der blockierenden Klimajugend. Auch andere Personen im Einsatz für die Allgemeinheit wie Lokführer, Entsorgungsmitarbeiter u.v.m. erscheinen aufgrund dieser Strassensperren zu spät zur Arbeit.

Meine Meinung, ob solche Aktionen bestraft werden sollen, ist, glaube ich, klar. Doch ich appelliere an diese Klimarebellen. Bitte geht über die Bücher, ob das Festkleben an Strassen wirklich die richtige Lösung zur Rettung unseres Planeten ist. Ihr fordert vom Bundesrat unter anderem, 100000 Menschen in Bauberufen auszubilden, um die schlecht gedämmten Häuser in der Schweiz zu renovieren. Geht mit gutem Beispiel voran und macht eine handwerkliche Lehre, bildet euch fürs Klima technisch weiter. Aber bitte hört auf damit, die Helden des Alltags zu blockieren.

Nico Casillo, Steinhausen