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Leserbrief

Alle müssen dazu beitragen, die Überdüngung zu beenden

Zum Leserbrief «Luzerner Tierbestände zu verteufeln, ist der falsche Weg», Ausgabe vom 6. August

Jakob Lütolf, kantonaler Bauernverbandspräsident, führt in seinem Leserbrief aus, dass die Gülle grundsätzlich ein natürlicher und wertvoller Dünger ist. Dem wird man nicht widersprechen, es sei denn, man lässt das Problem der Antibiotikaresistenzen aus Schweine- und Geflügelhaltungen in diese Betrachtung mit einfliessen. Sonst aber ist die Gülle wertvoll, weil sie hohe Mengen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, welche die Hauptnährstoffe für Pflanzen sind. Auch, dass Gülle Nährstoffkreisläufe schliesst, müsste stimmen. Nur, möchte man mit Paracelsus sagen: «Allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.» Der Futtermittelimport für unsere (tier)intensive Schweizer Landwirtschaft beträgt 1000000 Tonnen! Er hat sich seit 1990 verdoppelt. Damit verhindert man ja gerade Kreisläufe.

Im Ausland werden die Nährstoffe den Böden entzogen, und in der Schweiz überdüngen sie die Natur. Der Stickstoff, den die Tiere ausscheiden, entweicht zum grösseren Teil als Ammoniak in die Atmosphäre und überdüngt empfindliche Biotope wie Moore, Magerwiesen und Wälder. Was von den Pflanzen nicht aufgenommen werden kann, wird im Boden angereichert und gelangt durch Auswaschung als Nitrat ins Grund- und Oberflächenwasser – und letztendlich in die Meere, wo es aufgrund des Sauerstoffmangels bereits heute tote Zonen gibt.

Gefordert wären aber nicht nur die Landwirte, einen gangbaren Weg von der intensiven zur standortangepassten Landwirtschaft zu suchen und konsequent zu gehen.

Die Idee vom «möglichst viel für mich» und «möglichst wenig für die anderen» führt nicht mehr weiter. Die Zukunft ist heute mehr denn je ein Gemeinschaftsprojekt. Jeder – die verarbeitende Industrie, der Detailhandel und der Konsument – muss je nach seinem Vermögen einen wirklich fairen Beitrag leisten. Man darf gespannt sein, wie die Politik die dringenden Umweltprobleme anpackt, die die Artenvielfalt, das Wasser, die Böden, die Luft und das Klima betreffen. Zuwarten und abwiegeln liegt wahrhaftig nicht mehr drin.

Patricia Stross, Kottwil

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