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Leserdebatte

Angespannte Situation beim Personal: Auslagerung der Heime war ein Fehler

«Altersheim Eichhof: Das Personal schlägt Alarm», Ausgabe vom 5. August

Die Situation der Mitarbeitenden im Alters- und Pflegeheim Eichhof von Viva Luzern AG am besten beurteilen können die Bewohnenden und deren Angehörige. Meine Eltern haben ihren letzten Lebensabschnitt im Eichhof erlebt und waren auf intensive Pflege (auch Demenz war ein Thema) angewiesen. Die Leistungen des Personals kann ich nicht hoch genug einschätzen. Mit viel Fachwissen, Erfahrung und auf gleicher Ebene auch Mitgefühl und Sozialkompetenz, Liebe und Verständnis, übten die Pflegenden auch in schwierigsten Situationen den verantwortungsvollen Beruf aus. Für uns Angehörige hatte man immer ein offenes Ohr.

Auch wenn es nie direkt besprochen wurde: Die angespannte Personalsituation mit Überstunden und hoher Fluktuation ist uns nicht entgangen. Sie engt den Zeitrahmen für die intensive Betreuung ein, Abstriche bei der Pflege sind die Folge. Das widerspricht jedem Berufsethos. Die Pflegenden wollen das Beste für die Patientinnen und Patienten und tun das Menschenmögliche, die Folgen der angespannten Ressourcen möglichst nicht auf dem Buckel der ihnen Anvertrauten auszutragen. Eigentlich weiss das die Leitung von Viva Luzern seit Beginn ihres Bestehens. Und aus der Sicht der Direktbetroffenen reicht es nicht, die Situation rein im Hinblick auf die «Qualitätsindikatoren» zu beurteilen. Was sind das für Indikatoren? Kommen da die täglichen Erfahrungen, die reale Situation in den Pflegeabteilungen in vollem Masse zum Ausdruck?

Es greift aber zu kurz, den Blick auf die Leitung von Viva Luzern zu beengen. In erster Linie ist die Politik in der Verantwortung. Sie macht auf Grund der seinerzeitigen Abstimmung zur Auslagerung der Heime (die ich als Stimmbürger abgelehnt habe – heute sehe ich mich bestätigt), die Vorgaben für Viva Luzern. Die Unternehmensleitung kann nicht anders, als sie umzusetzen.

Die Art und Weise, wie dies geschieht, muss zwingend diskutiert werden, auch seitens der Politik. Was mit dem Personal in Pflege- und allen anderen Diensten im Eichhof passiert, ist verantwortungslos.

Die Politik hat hier genügend Ressourcen zu sprechen, damit die Qualitätsvorgaben umgesetzt werden können. Wertvoll sind übrigens die Zivildienstleistenden. Sie entlasten die Fachkräfte auf sinnvolle Art.

Mario Gavazzi, Luzern


Im Betagtenheim Eichhof haben sich die Arbeitsbedingungen für das Personal und die Zustände für die Bewohnerinnen und Bewohner seit der Auslagerung deutlich verschlechtert. Es ist nun also das eingetroffen, wovor kritische Stimmen gewarnt haben: unwürdige Zustände für die Betagten. Zustände, die wir so in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren dürfen und Anstellungsbedingungen, die reihenweise zu Abgängen führen. Und Herr Demarmels findet alles gar nicht so schlimm!

Die Verantwortung dafür schiebt er auf den ausgetrockneten Arbeitsmarkt. All das zeigt deutlich auf: Wir dürfen die Pflege von älteren Menschen nicht auslagern, denn das führt zu einer Verschlechterung der Betreuungsqualität und der Arbeitsbedingungen. Und hat zur Folge, dass niemand mehr wirklich Verantwortung übernimmt!

Urban Sager, Präsident Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD, Luzern

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