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Leserbrief

Direktzahlungen: Ansatz greift zu kurz

«Für mehr Unternehmertum auf dem Bauernhof», Ausgabe vom 24. Juli

Die neu gegründete IG «Bauern Unternehmen» lässt keine Zweifel offen: Mit mehr Kundennähe, Innovation – also Unternehmertum – wollen die Mitglieder ihre Einnahmen aus dem Verkauf der Produktion erhöhen und von Direktzahlungen Abstand nehmen. Verlagerung der Kosten für die landwirtschaftliche Produktion weg vom Steuerzahler hin zum Konsumenten. Ein erfrischender, wohl richtiger Ansatz. Nur greift er zu kurz.

Zum Ersten müssten diese Bauern ihre tief verankerte Anspruchshaltung an Beiträge ablegen und eine marktorientierte Leistungsbereitschaft entwickeln. Solches Unternehmertum – zum Zweiten – bedeutet vor allem Übernahme von Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft für Voraussetzungen und Konsequenzen der Produktion.

Was die Umwelt betrifft, so geht es um das Verhalten gegen Überdüngung, Verdichtung von Böden oder gegen Phosphoreingänge in Gewässer.

Was die Gesellschaft betrifft, geht es um Verständigung mit der Freizeitgesellschaft über gemeinsame Nutzung von Naherholungszonen an Gewässerufern oder Waldrändern, die ohnehin der intensiven Bewirtschaftung entzogen sind. Hier ist Verständigung gefragt anstelle von einseitigen Verboten, Barrikaden, Beschimpfungen und Dialogverweigerung.

Damit die Initiative der IG «Bauern Unternehmen» nicht zu einem weiteren Kommunikations-Gag verkommt, wird zu Recht auf die notwendige Anhebung des Ausbildungsniveaus hingewiesen. Zu den rein fachlichen Voraussetzungen kommen aber höhere Qualifikationen an Unternehmungsführung – die Fähigkeit vernetzt zu denken und zu handeln – sowie insbesondere an die soziale Kompetenz – die Fähigkeit vielfältige Beziehungen zu pflegen – dazu.

Die Realisierung braucht viel Mut und Kraft, verspricht aber einen tauglichen Weg aus der Sackgasse «Direktzahlungen». Und sie könnte auch in einen neuen, zukunftsträchtigen Pakt zwischen Umwelt und Gesellschaft münden.

Auch auf der Seite der Dienstleistungs- und Freizeitgesellschaft gibt es viele Interessengemeinschaften, die auf Dialog und Unterstützung eingestellt sind. Ihr Mitglieder sind auch die Konsumenten, die für die «neue» Sache der Bauern zu gewinnen sind.

Rudolf Freimann, Luzern

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