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Bahnhof Luzern Nord wäre billiger und ginge schneller

Nach der Zugentgleisung im Bahnhof Luzern
Hans Heer, Bauingenieur Eth, Kriens

Das Ereignis liefert der Luzerner Regierung und eidgenössischen Parlamentariern vermeintlich neue Argumente für einen Tiefbahnhof. Dabei wäre es längst an der Zeit, ganz unvoreingenommen Alternativlösungen miteinzubeziehen.

Die verkehrspolitischen Probleme Luzerns sind darin begründet, dass einerseits der Bahnhof mitten im stark belasteten Zentrum der Stadt liegt und es anderseits kein S-Bahn-Netz gibt, das den Agglomerationsverkehr vollumfänglich aufnehmen kann. Luzern ist der einzige Umsteigebahnhof für Interregio-Züge und S-Bahnen. Alle Bahnbenützer müssen erst einmal zum Bahnhof Luzern kommen (können), um dort ein- oder umzusteigen.

Fachlich fundierte Beurteilungen, ob und wie die Stadt Luzern eine gegenüber heute 40-prozentige Kapazitätssteigerung eines künftigen Bahnhofs Luzern verkraften kann, liegen bis heute nicht vor. Das Strassennetz und der Bahnhofplatz können nicht vergrössert werden. Ein Ausbau mit einem Tiefbahnhof an dieser zentralen Stelle schafft neue und grosse Probleme und ist der falsche Ansatz. Der Verkehrskollaps ist vorprogrammiert. Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die Projektideen des Vereins Bahndreieck Luzern-Nord korrekt in die Diskussion einbezogen werden. Diese weisen mit einer dezentralen Lösung genau in die richtige Richtung: einen notwendigen Ausbau des S-Bahn-Netzes, die Doppelspur am Rotsee, ein drittes Gleis ab Sentimatt bis zum Bahnhof Luzern sowie den Bahnhof Luzern Nord mit der Schleife ab Rotsee zum Bahnhof Emmenbrücke. Alle diese Bauwerke sind sehr viel schneller, ohne grosse bauliche Risiken und in Etappen realisierbar und kosten zudem viel weniger als ein Tiefbahnhof. Es ist erstaunlich, wie Regierung und Parlamentarier angesichts der schiefen Finanzlage des Kantons die Kostenfrage überhaupt nicht gewichten. Diskussionen kann man eine gewisse Zeit blockieren, verhindern kann man sie nicht. Chefredaktor Martinu bringt es mit Bezug auf die Regierungstätigkeit auf den Punkt: «Es geht heute ums vorausschauende Korrigieren: kooperativ, konstruktiv, kreativ sein, Lösungen entwickeln statt Ideen zerzausen». Noch ist nichts in Stein gemeisselt, und nur mit mutigen und kompetenten Leuten in Regierung und Parlament kommt Luzern zur richtigen Lösung.

Hans Heer, Bauingenieur ETH, Kriens

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