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Leserbrief

Bahnschalter zu schliessen, ist kurzsichtig

«Bahnschalter verschwinden», «Zentralschweiz am Sonntag» vom 10. Juni

Die SBB haben in den letzten zwölf Jahren beinahe 40 Prozent der Bahnschalter geschlossen. Angeblich soll der Abbau unvermindert weitergehen, weil zu wenige Billette am Schalter verkauft werden. Ich halte dies für ein kurzsichtiges Vorgehen, da ein Bahnschalter mehrere Funktionen erfüllt.

Primär ist er ein Kontaktpunkt, wo sich das Unternehmen durch freundlichen Kontakt von Mensch zu Mensch dem potenziellen Kunden präsentiert. Ohne diesen menschlichen Kontakt ist es nur sehr schwer möglich, neue Kundinnen und Kunden für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Wenn jemand 30 Jahre nur sein Auto benützt hat und nun die Bahn benutzen will, braucht er zunächst weder eine App noch einen Billettautomaten, sondern einen bedienten Billettschalter. Dieser Erstkontakt entscheidet darüber, ob ein neuer Kunde gewonnen wird.

Offene Schalter erfüllen weitere nicht zu unterschätzende Funktionen, die auch «Werbekosten» sind: Beratung zu einem gewünschten Reiseweg oder für internationale Reisen, Information zu Kombibilletten und nicht zuletzt zu Abonnementen. Zeitungs-, Plakat- und Fernsehwerbung läuft ins Leere, wenn dahinter keine Menschen sichtbar werden. Die Bahnunternehmen sollten nicht nur auf den direkten Gewinn pro Billettverkauf schielen, sondern Sorge tragen zu potenziellen Bahnkunden, die das Unternehmen in Zukunft finanzieren.

Kurt Döbelin, Altdorf


Es wundert mich nicht, dass die SBB weitere Schalter schliessen. Wir befinden uns mitten in einem Digitalisierungsprozess. Über Internet, App und Mobiltelefon lassen sich Einkäufe wunderbar tätigen, sozusagen per Knopfdruck. Das spart Zeit in dieser ach so hektischen Welt, die wir uns im übrigen selbst erschaffen haben. Mehr und mehr verirren wir uns im Dschungel einer gesichtslosen, digitalen Welt, auf die wir jetzt schon nicht mehr verzichten können und wollen. Auf der Strecke bleiben ältere Menschen und all die vielen Mitarbeiter, die zwangsläufig ihre Stelle verlieren bei einem Arbeitsplatzabbau. Frauen und Männer bringen massenweise Pakete von Online-Kleider­anbietern zur Post, um sie zu retournieren, kostenlos! Es ist halt so praktisch, wenn man ganze Kollektionen nach Hause schicken lassen kann. Auf der anderen Seite schliessen grosse Modeketten, weil die Kundschaft ausbleibt. Weiter stellt sich die Frage, ob es für die Entgegennahme dieser zahlreichen Pakete wirklich all das gut ausgebildete Personal am Schalter braucht. Billette werden über SBB-App bestellt, Bücher und Zeitungen können wir elektronisch lesen und beim Einkaufen können wir die Preise der Artikel selber einscannen und mit Karte bezahlen. Die Digitalisierung können wir nicht aufhalten. Müssen wir auch nicht. Denn sie bietet uns viele fortschrittliche Hilfsmittel. Andererseits nimmt sie Arbeitsplätze. Wir alle haben es in der Hand, wie schnell dieser Prozess voranschreitet.

Cordula Steffen Passalacqua, Sempach Station

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