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Begeisterung für wenige

Zum Bezug von Wohnungen in Erstfeld durch Personen, die vom SRK betreut werden
Erich Zgraggen, Schlossbergstrasse 8, Erstfeld

Wie kleine Kinder, die nach langem Warten endlich die Weihnachtsbescherung sehen dürfen, fühlten sich wohl am vergangenen Freitag die neuen Bewohner der Schlossbergstrasse in Erstfeld. Begleitet von SRK-Mitarbeitern, durften vier junge Erwachsene ihre neue Singlewohnung beziehen.

Aufgeregt und mit ungläubigen Blicken probierten sie ihre neuen Möbel und die Schalter der modernen Haustechnik aus. Offenbar konnten sie nicht glauben, was da für sie gebaut und bereitgestellt worden war. Bei diesen herzerwärmenden Szenen konnte man sich wahrlich nur mitfreuen.

Etwas weniger Freude über die jungen Männer, die auf Kosten der Allgemeinheit und ohne voraussehbare Gegenleistung in einem nagelneuen, möblierten Haus wohnen können, dürften Leute haben, die diesen Luxus mitfinanzieren und selber finanziell unten durch müssen. Was mag die alleinerziehende junge Mutter denken, die mit ihren Kindern in einer ganz bescheidenen Behausung lebt und mit ihren 60-Wochen-Arbeitsstunden und dem dauernden Verzicht auf vieles ihren Kindern kaum ein Weihnachtsgeschenk zu finanzieren vermag? Was wird in einem älteren Arbeitsuchenden vorgehen, der nach einem dreissigjährigen Knochenjob keine Arbeit mehr findet und darum in eine billigere Wohnung ziehen musste, um mit seiner kargen Unterstützung anständig leben zu können?

Was läuft falsch, wenn die Nachbarn als anerkannte Flüchtlinge aus ihren zugewiesenen bald 100-jährigen Wohnungen zuschauen müssen, wie sich die Neuankömmlinge in ihrem Glück aalen? Merkwürdig, wenn das bei ihnen keine Begehrlichkeiten wecken würde? Wer weiss, vielleicht ist das vom SRK ja so gewollt?

Nüchtern betrachtet darf man wohl annehmen, dass es keine gute Idee ist, in Zeiten von rekordhohen Leerwohnungsbeständen und knappen Baulandreserven eigens für Schutzsuchende neue Häuser zu bauen.

Erich Zgraggen, Schlossbergstrasse 8, Erstfeld

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