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Leserdebatte

Energiegesetz: Blindflug oder wirtschaftlich sinnvoll?

Zur Abstimmung über das neue Energiegesetz im Kanton Luzern am 10. Juni

Vom neuen Energiegesetz werden nicht nur die Umwelt und das Gewerbe profitieren. Auch die einzelnen Bürgerinnen und Bürger werden Auswirkungen spüren – im positiven Sinne. Mittel- und langfristig werden die Wohnnebenkosten für Mieterinnen und Mieter sinken, da der Zukauf externer Brennstoffe durch Gebäude mit moderner Energietechnik verringert werden kann. Die Investitionskosten können dabei nur sehr begrenzt auf die Mieterschaft abgewälzt werden. Durch Innovationen kann beim Heizen Geld gespart werden. Hauseigentümer unterstehen mit dem Gesetz einem gewissen Druck, der jedoch für eine energietechnische Zukunft unerlässlich ist und sich langfristig ebenfalls positiv auf laufende Kosten auswirken wird. Dank der regionalen Wertschöpfung wird zudem die Abhängigkeit von Ölförderstaaten und ihren Marktpreisen abnehmen. Aus diesen Gründen wird klar, dass wir alle ein Interesse an einem neuen und zeitgemässen Energiegesetz haben und ein Ja an der Urne unerlässlich ist.

Erich Leuenberger, Kantonsrat FDP, Nebikon


Das neue Energiegesetz erinnert mich an einen regulatorischen Blindflug. Wir können nicht abschätzen, was an Verordnungen, Kontrollen und Gebühren auf uns zukommt. Für mich ist die Eigenverantwortung wichtiger als neue Gesetze. Jedes neue Gesetz schafft zusätzlichen Aufwand. Aufwand, welcher durch Gebühren und zusätzliches Personal abgedeckt wird. Einmal mehr werden der Mittelstand und die Wohneigentümer zur Kasse gebeten. Profitieren wird die Gebäudetechnikbranche, daher auch das grosse Engagement ihrer Vertreter. Ich als Eigentümer will selber entscheiden, wie ich Energie beziehen will. Als Vermieter werde ich verantwortungsvoll, eigenverantwortlich entscheiden.

Marcel Omlin, Kantonsrat SVP, Rothenburg


Leider werden in den Leserbriefen der Gegner einige Unwahrheiten verbreitet. So wird beispielsweise behauptet, dass man im Winter bei einem Heizungsersatz zuerst ein aufwändiges Bewilligungsverfahren machen müsse. Das stimmt nicht. Erstens ist kein Bewilligungsverfahren, sondern nur eine Meldepflicht vorgesehen. Zweitens kann in Notfällen die Ölheizung – falls man das will – sofort ersetzt werden. Die Zusatzmassnahmen bei Ölheizungen, die nur notwendig sind, wenn das Gebäude schlecht isoliert ist, können dann im folgenden Sommer erledigt werden. Das mit den frierenden Mietern ist schlicht ein Märchen. Das neue Gesetz enthält Vorschriften, die gleichzeitig ökologisch und wirtschaftlich sind. Und es wird dabei nicht mehr geregelt als notwendig.

Fabian Peter, Dipl. Ing FH, Kantonsrat FDP, Inwil


Einzig die SVP stimmte gegen das Gesetz und ergriff das Referendum. Die SVP – sonst eine Partei, die sich für eine unabhängige Schweiz einsetzt – will, dass jährlich Hunderte Millionen Franken aus dem Kanton Luzern für Öl und Gas ins Ausland abfliessen, anstatt die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in unserem Kanton zu halten oder neu zu schaffen. Für mich gibt es für den Kurswechsel nur eine plausible Erklärung: Albert Rösti, Parteipräsident der SVP Schweiz und Präsident von Swissoil, also Cheflobbyist der Ölindustrie, hat wohl ein Machtwort gesprochen. Ja zum kantonalen Energiegesetz – für einen unabhängigen Kanton Luzern.

Andreas Hofer, Kantonsrat Grüne, Sursee

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