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Bürokratie: Nicht die Lösung

«Finanzkrise: Böses Erwachen», Ausgabe vom 31. März
Bruno Merki,

In den Jahren 2002 bis 2006 explodierten die Bilanzsummen und Gewinne der Grossbanken förmlich. Damals musste sich jeder Bankverantwortliche überlegen, wie dies möglich wurde und vor allem welche Risiken damit verbunden sind. Es war eben die Zeit, als die Investmentbanken begannen, verbriefte Hypotheken bei der Kundschaft zu platzieren. Dass diese teilweise sogar mit AAA-Ratings versehen wurden, war skandalös und hätte unbedingt hinterfragt werden müssen.

Dass jetzt Daniel Zuberbühler, damals Chef der Banken­aufsicht, erklärt, dass ihm erst 2007 erstmals das Wort «Sub­prime-Kredit» zu Ohren gekommen sei, kann ich einfach nicht glauben. So viel Ignoranz und Inkompetenz kann ich ihm schlicht nicht unterstellen. Diese Subprime-Papiere waren ja grosse Mode in diesen Jahren und wurden deshalb auch in grossen Volumen gehandelt. Dies hätte eigentlich die Bankenaufseher auf den Plan rufen müssen, und zwar schon vor 2007.

Im Nachhinein ist man immer klüger, wird man jetzt einwenden. Nein, denn die Problematik dieser Papiere wurde schon viel früher eingehend diskutiert. Dass die Investmentbanken aber in enormen Mengen selber auf diesen «Junk-Positionen» sitzen geblieben sind, hätte ich mir wirklich nie vorstellen können, obwohl ich zu Beginn 2007 auch sämt­liche Bankpositionen verkaufte.

Die entscheidende Frage aber bleibt: Was nützt eine Bankenaufsicht, die viel kostet und viel Bürokratie schafft, wenn sie so weit von der Realität entfernt ist, und nicht realisiert, was wirklich passiert? Das Gewitter kam ja nicht aus heiterem und blauem Himmel. Das schlechte Gewissen dieser «Aufseher» führt nun aber zu weiteren Problemen. Mit Regulierungen und noch weiteren Vorschriften glauben diese Leute und ahnungslose Politiker, das Problem von Übertreibungen und Missbräuchen in der Zukunft lösen zu können. Wieder ein Irrtum, denn die Kreativität von Finanzhaien wird immer grösser sein als das Vorstellungsvermögen von bürokratischen Aufsehern. Mit den neuen Regulierungen bestraft man mit einer Riesenbürokratie in erster Linie die bisher Korrekten und nicht die geldgierigen Finanzingenieure. Was gefragt bleibt, ist gesunder Menschenverstand von erfahrenen und kompetenten Finanzfachleuten.

Bruno Merki, Perroy

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