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Daran hätte der Raiffeisen-Gründer wohl keine Freude

Zur Schliessung der Raiffeisen-Geschäftsstelle in Oberägeri
Konrad Baumann, Kunde und Raiffeisen-Genossenschafter, Unterägeri

Wie der Verwaltungsrat anlässlich der Generalversammlung vom Donnerstag, 15. März 2018, in Unterägeri mitgeteilt hat, fällt die Geschäftsstelle Oberägeri strategischen Überlegungen zum Opfer. Wahrscheinlich handelt es sich um finanzielle Überlegungen wirtschaftlicher Natur, sprich Gewinnmaximierung, können doch so gemäss Verwaltungsrat ca. 200 000 bis 250 000 Franken eingespart werden.

Die Raiffeisenbank Region Aegerital-Sattel zählt über 8000 Genossenschafter, welche Mitbesitzer der Bank sind. Also jeder zweite Einwohner ist wahrscheinlich Mitbesitzer, und der Verwaltungsrat entscheidet in Eigenregie, ohne die Hälfte der Einwohner von Oberägeri zur Schliessung der Geschäftsstelle zu befragen. Wieso auch? Auch gehen der Gemeinde Oberägeri einige tausend Steuerfranken verloren.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Gründer der Raiffeisen-Genossenschaftsidee, hätte sicher keine Freude daran, dass sein Genossenschaftsgedanke «Hilfe zur Selbsthilfe in lokalen Orten» so mit Füssen getreten wird. Dies umso mehr, als die Raiffeisenbank doch sehr stark in der Bevölkerung verwurzelt ist und ihr deshalb grosse Sympathie entgegengebracht wird. Die Raiffeisenbank, wie das Volk sie kennt, differenziert sich doch sehr stark von den Grossbanken, welche sich vom normalen Kunden schon längst verabschiedet haben. Kundenbeziehungen sind doch längst zu Kosten geworden.

Deshalb finde ich es wichtig, diese Kundenbeziehung im Dorfe zu pflegen, auch wenn es etwas kostet. Ich denke auch an die älteren Personen, welche die Geschäftsstelle als sozialen Treffpunkt für ein kurzes Gespräch nützen. Man kennt sich eben. Die Raiffeisenbank Region Ägerital hat im Jahre 2017 so ausgezeichnet gearbeitet, dass ein Geschäftserfolg von mehr als sieben Millionen Franken erwirtschaftet wurde. Darum konnte auch eine Rückstellung für schlechtere Zeiten von 4,8 Millionen Franken den Reserven zugeführt werden (im Vorjahr waren es immerhin 4,5 Millionen). Und nun soll wegen ca. 250 000 Franken die Geschäftsstelle Oberägeri geschlossen werden. Dies ist paradox und zeigt, wie unwichtig der Genossenschaftsmitbesitzer dem Verwaltungsrat der Raiffeisenbank geworden ist. Es ist Zeit, dass die Identität des Raiffeisen-Gedankens wieder in die Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsetage zurückkommt. Ich wünsche mir und den Besuchern der Geschäftsstelle Oberägeri, dass der Verwaltungsrat diese angekündigte Übung sofort abbricht, auch hinsichtlich der gemachten Versprechen anlässlich der Fusion Oberägeri und Unterägeri.

Konrad Baumann, Kunde und Raiffeisen-Genossenschafter, Unterägeri

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