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Das Bauforum blendet die tatsächlichen Verhältnisse aus

«Bauforum meldet sich zu Postplatz», Ausgabe vom 19. Dezember
Felix Kalt, Präsident Gewerbeverein der Stadt Zug, Zug

Liest man die Publikation des Zuger Bauforums zum Postplatz, fühlt man sich ins letzte Jahrhundert versetzt. Da wird geschwärmt vom grosszügigen Platz zwischen Post und Regierungsgebäude, auf dem Fronleichnamsprozessionen und die Generalmobilmachung stattfanden, und dass dieser Platz zwingend der Bevölkerung wieder für temporäre Nutzungen zurückgegeben werden müsse! Wofür, bitte? Temporär wird der Platz eh schon immer wieder für Anlässe gesperrt (Weihnachtsmarkt, Jazznight, Seefest etc.), die Fronleichnamsprozession hat auf dem Landsgemeindeplatz ein ideales Ziel, und eine Mobilmachung wünscht sich wohl niemand mehr. Betonbänder sollen gemäss Bauforum den Postplatz gliedern und mit Holzlatten (immerhin) ausgestattete Sitzbänke den Platz bereichern. Für wen, frage ich mich? Für die Chinesen, die inzwischen unsere Altstadt wie das Disneyland besuchen, und ihr Mittagspicknick? Die Stadtbevölkerung wartet nicht auf solche Betonplätze. Sie sitzt lieber am See oder auf dem Landsgemeindeplatz. Wer hat denn Lust, auf dem unteren Postplatz zu verweilen und dem vorbeirauschenden Verkehr abseits des Sonnenuntergangs zuzusehen? Das Bauforum blendet die tatsächlichen Verhältnisse auf dem Postplatz völlig aus. Die Idylle vom vereinten Platz zwischen ehemaliger Post und Regierungsgebäude aus dem letzten Jahrhundert ist nach der Ablehnung des Stadttunnels der unwiderruflichen Zweiteilung durch den Verkehr gewichen. Von Postplatz kann nach dem Wegzug der Post eh keine Rede mehr sein. Dieser Platz hat seine wichtige, zentrale Funktion verloren. Er ist nur noch Vorplatz von Geschäftshäusern. Mit den geplanten Betonbändern auf dem oberen Postplatz wird für das anliegende Gewerbe kein Mehrwert generiert, geschweige denn mit den Projekten auf dem unteren Postplatz. Wir müssen uns fragen, sind uns betonierte, mit ein paar Holzbänken möblierte Plätze lieber als die Vielfalt von Geschäften und Gewerbebetrieben in der Altstadt, die nicht überleben können, wenn man ihre Rahmenbedingungen dauernd weiter einschränkt? Sie unterstehen jetzt schon einem speziellen, restriktiven Baureglement. Der Denkmalschutz redet überall mit, und sie haben besondere feuerpolizeiliche Anforderungen zu beachten, alles verteuernde Anforderungen. Und nun werden Detailhandel und Gewerbe von der Politik auch noch damit konfrontiert, dass ihnen kundenfreundliche Parkplätze gestrichen werden. Die chemische Reinigung, die Schneiderin, der Markt, die Restaurants: Sie alle profitieren vom Kurzzeitparkplatz auf dem unteren Postplatz, vor ihren Geschäften. Deren Aufhebung ist eine Dummheit. Die Altstadt wird nicht schöner, lebenswerter, wenn Läden verschwinden und sich alles nur noch ab Bundesplatz nordwärts abspielt, sondern öder!

Felix Kalt, Präsident Gewerbeverein der Stadt Zug, Zug

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