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Das Dorf Sarnen ist kein Unfallschwerpunkt

«Tempo 30 soll im ganzen Dorfkern gelten», Ausgabe vom 18. April
Tobias Dillier, Sarnen

Nach aufmerksamem Durchlesen der Botschaft des Gemeinderats zum Verkehrskonzept Zentrum Sarnen und zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 im Dorf muss ich mich fragen, ob man sich der damit verbundenen Probleme im Klaren ist.

Durch eine Signalisation von Tempo 30 würde auf allen Strassen, ausgenommen der Brünigstrasse, der Rechtsvortritt gelten. So auch im Bereich des Bahnhofs. Stellen Sie sich die Situation im Bereich der Bahnhofstrasse mit den Einmündungen der Grundstrasse und der Grossgasse vor. Auch auf der Poststrasse würden drei Kreuzungen mit Rechtsvortritt entstehen. Ob das im Sinne der Verkehrsteilnehmer ist, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls ist mir die heutige, klar signalisierte Situation lieber.

Ein weiterer negativer Effekt der Tempo-30-Zone ist das Verschwinden der Fussgängerstreifen. Der einzige Fussgängerstreifen, welcher gemäss Gesetz weiter bestehen könnte, wäre derjenige vor der Schule über die Brünigstrasse. Ansonsten lässt der Gesetzgeber keine Ausnahmen zu. Fussgänger können dann überall, wo sie wollen, die Strasse überqueren. Dies jedoch, ohne vortrittsberechtigt zu sein. Erklären Sie das einem Kindergärtler!

Zum Schluss kommt noch meine grösste Sorge. In der Verordnung steht, dass nach spätestens einem Jahr die Kontrolle der beabsichtigten Ziele, also der Einhaltung von Tempo 30, folgt. Übersteigt die gefahrene Geschwindigkeit der Hälfte der Fahrzeuge diesen Wert, müssen bauliche Massnahmen getroffen werden. Das bedeutet Fahrbahnschwellen, Blumentöpfe auf der Fahrbahn oder sonstige Strassenverengungen. Dies betrifft auch die Brünigstrasse. Wer sich ein Bild davon machen möchte, dem empfehle ich eine Fahrt durch die Enetriederstrasse während der Stosszeit.

Ich glaube nicht, dass eine Geschwindigkeitsreduktion das Dorf Sarnen aufwertet. Auch die «Dominanz des motorisierten Verkehrs» wird nicht überwunden. Wie auch? Wir haben ja keine Umfahrungsstrasse. Die eigentliche Umfahrungsstrasse, die Enetriederstrasse, ist ja auch eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone mit baulichen Massnahmen! Wo sollen die motorisierten Fahrzeuge denn sonst durchfahren als durch das Dorf? Die budgetierten Kosten von 130000 Franken kann man sich sparen, da das Dorf Sarnen heute schon kein Unfallschwerpunkt ist.

Tobias Dillier, Sarnen

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