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Das ist der Preis für die Schule Finstersee

Zur möglichen Schliessung der Schule Finstersee
Marianne Aepli, Lehrerin, Präsidentin Adg Menzingen

Die Schule Hünenberg wird für ihr Schulsystem mit einem Preis ausgezeichnet. Das entsprechende Vorzeigemodell von Menzingen, die altersdurchmischte Schulklasse von Finstersee, soll gemäss Empfehlung des Gemeinderates abgeschafft werden. An der Pädagogischen Hochschule von Zug und Luzern zeigt die Lehrerin aus Finstersee, wie das kantonale Deutschlehrmittel im Mehrklassenunterricht eingesetzt werden kann. Wenn die Menzinger Lehrerinnen Weiterbildung in Sachen altersdurchmischtes Lernen suchen, dann fahren sie nach Finstersee. Dort erhalten sie Einblick in Lernumgebungen und Mathepläne, bekommen Tipps und Informationen. So ist das mit der Schule, die für Menzingen im Unterhalt zu teuer sein soll.

In einem aufwendigen Mitwirkungsverfahren wurde der Beschluss gefasst, dass die Schule Finstersee Teil der Schulraumplanung bleibt. Dem folgte der Gemeinderat mit dem Vorschlag zur Machbarkeitsstudie über die von Veränderungen betroffenen Schulstandorte. Dies wurde per Rückweisungsantrag der CVP an der Gemeindeversammlung abgewürgt. Angestrebt werden sollten nun tiefere Kosten für Studien oder Planungen. Die Antwort des Gemeinderates war, den Schulstandort Finstersee gänzlich aus der Studie zu nehmen und damit dann nochmals an die Gemeindeversammlung zu gehen und die Schule Finstersee zu einem späteren Zeitpunkt zur Urnenabstimmung zu bringen, Kostenverlagerung also.

Die Renovationskosten für das Schulhaus Finstersee werden der Gemeinde bleiben. Egal, ob mit oder ohne Schule, denn sie sind nicht schulbedingt. Seit Jahren wurden bud­getierte Rennovationskosten, zum Beispiel für die Fassadenrenovation, einfach zurückgestellt. Das Gebäude steht in der Zone öffentlichen Interessens, es kann nicht einfach so veräussert werden. Kulturraum, Ateliers, Lagerhaus, Ortsmuseum, Bibliothekserweiterung, Büros für die Verwaltung, Privatschule mit öffentlich subventionierten Plätzen? Keine Lösung ohne Kosten! Dass der Gemeinderat die Schliessung der Schule empfiehlt, widerspricht meinem demokratischen Verständnis. Neue Erkenntnisse gab es seit dem Beschluss aus dem Mit­wirkungsverfahren kaum. Die aktuellsten Schülerzahlen sind steigend, die Finanzlage der Gemeinde positiver als geplant. Ich habe Mühe, den Ablauf den jungen Pfadileitern, die sich beim Mitwirkungsverfahren intensiv und zum Teil erstmals politisch beteiligt haben, irgendwie «sinn stiftend» zu erklären. So ist eben Politik? Gewöhnt euch daran? Oder besser nicht?

Jetzt haben es die Menzinger und Menzingerinnen in der Hand. Mit dem Ja zum Schulstandort Finstersee können wir nämlich zeigen, dass wir uns der Tradition der Schule bewusst sind, dass wir die Qualität wertschätzen, dass wir in einer mittelgrossen Gemeinde soli­darisch mit kleineren Ortsteilen umgehen, dass wir uns eine Schule Finstersee nicht nur leisten können, sondern dass wir sie uns auch leisten wollen.

Marianne Aepli, Lehrerin, Präsidentin AdG Menzingen

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