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Leserbrief

Das neue Energiegesetz und der Druck auf Hauseigentümer

«Kanton Luzern: Regierung wirbt für Energiegesetz», Ausgabe vom 15. Mai

Umweltminister Robert Küng spricht im Beitrag von einer schlanken Umsetzung des neuen Energiegesetzes (EG). Auf meine persönliche Situation und auf diejenige von vielen Mitbürgern bezogen, muss ich aber entgegnen: Als Besitzer eines Einfamilienhauses aus den 70er Jahren, gut gebaut nach damaliger Baukunst mit zentraler Radiatoren-Heizung, wird mich das von Ihnen gepriesene EG zwingen, die zuverlässige Ölheizung durch eine Wärmepumpe mit ungenügender Vorlauftemperatur zu ersetzen. Ich werde 10 Prozent des Energiebedarfs mittels «erneuerbarer Energie» selber erzeugen müssen, sonst werde ich gebüsst. Ich frage den Regierungsrat in aller Höflichkeit: In welchem Staat wohnen wir eigentlich? Eigenmietwert und EG zwingen mich schlussendlich, mein sauer erspartes Haus zu verkaufen.

Felix von Däniken, Hildisrieden


Die IG-Energieberatung ist ein Verein, der in der Zentralschweiz aktiv ist und sich für die Energiestrategie 2050 einsetzt. Die Vereinsmitglieder beraten alle Liegenschaftsbesitzer bei der Sanierung ihrer Liegenschaft, entweder ohne Gebäudeausweis der Kantone (GEAK), mit einem GEAK oder mit einem GEAK Plus. Wir unterstützen das Ja-Komitee für das kantonale Energiegesetz, denn das Gesetz ist die konsequente Weiterführung der vom Volk angenommenen Energiestrategie 2050. In einer aktuellen Studie des UNO-Klimarates heisst es, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um 30 bis 80 Zentimeter ansteigen wird, wenn der Ausstoss der Treibhausgase im gleichen Ausmass wie heute weiter geht. Eine wissenschaftliche Studie von 2017 zeigt auf, dass die globalen Ölreserven bei gleichbleibender Fördermenge noch für etwa 100 Jahre reichen. Wir wissen auch, dass 95 Prozent aller Gebrauchsgüter von Erdöl abhängig sind. Es wird also viele Produkte in 100 Jahren nicht mehr geben, wenn wir nicht endlich Gegensteuer geben. Wollen wir das? Oder halten wir uns an den Spruch: «nach uns die Sintflut»? Das neue Energiegesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Hans-Peter Eichholzer, IG-Energieberatung, Udligenswil


Leider wird das neue Energiegesetz immer mit einem falschen Vorwand zur Annahme empfohlen: Obwohl das alte fast 30 Jahre alt ist, wurden die Vorschriften für Bauten und Anlagen stetig angepasst und entsprechen den heute üblichen Normen. Es werden weder Gebäude mit schlechten Energiewerten erbaut, noch veraltete Anlagen montiert. Die Befürworter sagen, das neue Gesetz werde keine Mehrkosten verursachen. Die Gemeinden müssen jedoch acht und der Kanton muss elf neue Aufgaben übernehmen. Diese Aufgaben erledigen sich nicht von alleine und benötigen Ressourcen, was jeder einzelne wieder mit höheren Rechnungen zu spüren bekommt. Es heisst, dass die lokale Wirtschaft vom neuen Gesetz profitiere. Sie profitiert jedoch auch ohne Zwängerei für dieses Gesetz, da viele Hauseigentümer Sanierungen und Montagen eigenverantwortlich ausführen. Der Zwang, Anlagen nach 15 Jahren zu ersetzen, macht uns zur Wegwerfgesellschaft und verschwendet zusätzliches CO2 für die Herstellung der neuen Geräte. Ist dies umweltfreundlich? Nein.

Fredy Winiger, SVP-Kantonsrat, Kleinwangen


Die Energiestrategie 2050 des Bundes will vor allem eine Förderung von erneuerbaren Energien und den Ausstieg aus dem AKW-Strom. Das neue kantonale Energiegesetz hilft mit, Anliegen der Bundesbehörden und der kantonalen Energie-Direktoren umzusetzen. Im Grundsatz wird mit dem Gesetz der Verbrauch von Energie wirtschaftlicher und mitweltverträglicher. Einige wichtige Punkte: Ein Gebäudeausweis (GEAK) zeigt den Energieverbrauch eines Hauses auf und wird zur Grundlage bei Sanierungen und damit verbundenen Subventionsanträgen. Beim Einbau von neuen Heizungen sollen inskünftig 10 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie gespiesen werden. Bei neuen Häusern soll ein Teil des Stroms selber erzeugt werden. Alle Parteien unterstützen das neue Energiegesetz, mit Ausnahme der SVP. Diese möchte alles beim Alten belassen und appelliert an die Eigenverantwortung. Sehr viel mit Eigenverantwortung zu tun hat unseres Erachtens das Voran- und Mitgehen bei Massnahmen zum Erhalt der Mitwelt – unseren Kindern zuliebe! Der Kanton Luzern unterstützte die Energiestrategie 2050 des Bundes im Mai 2017 mit 58,5 Prozent Ja-Stimmen. Die Annahme des daraus folgenden kantonalen Energiegesetzes ist konsequent.

Markus Hess, Kantonsrat GLP, Nottwil

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