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Das sind die Gründe für die fehlende Wende bei der CVP

«Schlappen statt Trendwende», Ausgabe vom 6. März
Stefan Betschart, Cham

Meiner Meinung nach liegen die Ursachen für die fehlende Trendwende weniger bei Gerhard Pfister als bei der Partei und ihrer grundsätzlichen Ausrichtung.

Schon immer gab es die drei politischen Grundpositionen Sozialismus, Konservatismus und Liberalismus. Während die Erstere für Umverteilung und den grossen Staat steht, bedeutet die Letztere genau das Gegenteil, nämlich geringe staatliche Eingriffe und Chancengleichheit auf der Basis von Selbstverantwortung.

Die CVP bezieht aber keine dieser Grundpositionen, sondern bezeichnet sich gerne als bürgerliche Partei. Gemäss Wikipedia heisst bürgerlich «Vorrang des einzelnen Staatsbürgers gegenüber dem Staat, Subsidiarität, Schutz von Eigentum ...».

Und hier fängt doch das grosse Problem der CVP an. Sie gibt sich als etwas aus, das sie nicht ist. Sie ist nicht bürgerlich, sondern etatistisch. Fast alle Aktivitäten der CVP sind darauf ausgerichtet, den Staat auszubauen. Sei es zusammen mit der SP den Sozialstaat, mit der GP die Lenkungsabgaben für den ökologischen Staat, mit der SVP den Erhalt der Subventionen für die Bauern, und mit der FDP wird die Umsetzung von Lifestyle-Bedürfnissen sichergestellt.

Was die CVP nicht begreifen will, ist, dass die Leute heute lieber eine Partei wählen, die auch für etwas einsteht. Und dazu kommt noch, dass sich im Zeitalter des Internets die Wähler auch ausserhalb der lokalen Medien informieren können. Dieses Wissensmonopol, bestehend aus CVP-Politikern und der CVP zugeneigten lokalen Medien, hat an Wirkung verloren. Heute kann man sich auch viel leichter ein Bild machen, für was ein gewählter Politiker einsteht. Und ein bürgerlich denkender Bürger kann nicht CVP wählen. Und wenn man den Staat noch weiter ausbauen will, wählt man wohl besser die SP. Und für die paar konservativen Themen wie «nur Mann und Frau können eine Familie bilden» kann man dann auch noch die SVP wählen.

Mein Rat an Gerhard Pfister ist, warten Sie noch die Bundesratswahl ab, und falls Sie nicht gewählt werden, geben Sie das Amt des Präsidenten der CVP ab. Mit diesem Amt für diese Partei kann man nur verlieren.

Stefan Betschart, Cham

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