Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserdebatte

«Das ungebremste Sammeln von Daten ist sehr gefährlich»

Zur eidgenössischen Abstimmung über Versicherungsdetektive am 25. November

Das man Versicherungsbetrüger nicht einfach so gewähren lassen darf, ist wohl allen klar. Dass ein Versicherungsdetektiv aber so weitreichende Vollmachten bekommt, darf nicht sein. Für mich ist das die Vorstufe zum Big Brother. Diese schleichende Zunahme der Überwachung müsste jedem eigenständigen Menschen zu denken geben. Beispiel: dass nur noch per App oder Karte bezahlt wird. Im ÖV mit App die Fahrt abrechnen, ab dann ist jeder Schritt, jeder Kauf, jede Gewohnheit abrufbar. Wir leben heute in einer stabilen Demokratie, aber das dachten die Holländer vor dem Zweiten Weltkrieg auch. Sie lagerten ihre Einwohnerdaten auf das damals topmoderne Lochkartensystem. Die Deutschen waren dank dieser Karteien in der Lage, Juden, Sinti oder Zeugen-Jehovas innert Wochen ausfindig zu machen, mit den bekannten dramatischen Folgen für diese Menschen. Das Bespitzeln von Menschen ist eine sehr heikle Aufgabe, und das Grundrecht auf Privatsphäre muss unbedingt gewährleistet bleiben. Junge Menschen haben bei der Digitalisierung eine Vorreiterrolle, deren Folgen sie leider noch nicht abschätzen können. Ich wünschte mir, dass sie ab und zu den Blick vom Smartphone heben und die Welt betrachten. Dieses ungebremste Sammeln von Daten gepaart mit Personenüberwachung ist ein explosives und sehr gefährliches Gebräu.

Michael Lange, Stansstad


Für mich ist interessant, dass Albert Vitali «Lügner und Betrüger» ausschliesslich im Sozialversicherungsbereich ortet (Leserbrief vom 4. November). Er ist offenbar bereit, die Rechtsstaatlichkeit und Gewaltentrennung unserer Demokratie diesem schludrigen Gesetz zu opfern. Interessant für mich ist auch, dass er offenbar im Steuerbereich mit der praktisch unkontrollierten Selbstdeklaration keine «Lügner und Betrüger» ortet. Die 656 Selbstanzeigen allein im Kanton Luzern lassen allerdings etwas anderes vermuten! Darum Nein zur diskriminierenden Überwachung von Versicherten. Das Gesetz gehört zurück an National- und Ständerat zur sorgfältigen rechtsstaatlichen Überarbeitung.

Rolf T. Spörri, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.