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Der freie Sonntag sei jedem gegönnt, aber ...

«Sicher nicht am Sonntag», Ausgabe vom 12. Dezember

Wie herrlich ist es doch, wenn man mal wieder so richtig auf den arbeitsfreien Sonntag hinweisen kann. Da kann man schön lamentieren und genüsslich auf die wunderschönen gemeinsamen Familienerlebnisse verweisen. Die Bedürfnisse der Menschen ausserhalb der Arbeitswelt werden in wunderschönen Worten dargestellt, die Freizeitplanung hervorgehoben und dann auch noch emotionsgeladen darauf hingewiesen, dass man dann gerne wiederkommt, aber natürlich nicht am Sonntag. Man gönnt ja dem Wirt den freien Tag.

Nur, ob die nette Leserbriefschreiberin auch auf das Spitalpersonal Rücksicht nimmt und nie am Sonntag im Spital erscheint, oder auch sonntags zu Hause bleibt, damit Busfahrerinnen und -fahrer und Lokführerinnen oder Lokführer mit der Familie etwas unternehmen können? Auch Rettungssanitäter haben Familien, also warten wir mal bis Montag, wenn wir einen Herzinfarkt haben. Es gibt Tausende Leute, welche rund um die Uhr und an allen Tagen der Woche dafür sorgen, dass wir unser luxuriöses Leben geniessen können und alles ununterbrochen funktioniert, auch wenn man die meisten davon nicht sieht.

Oder glaubt die Leserbriefschreiberin, dass die «Sonntagszeitung» am Mittwochvormittag produziert wird oder die Montagsausgabe um 6 Uhr früh durch ein Heinzelmännchen ausgetragen wurde? Schön und gut, wenn man sich auf die freien Sonntage freuen kann, allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die Lobhudelei auf den freien Sonntag diejenigen Leute frustrieren kann, welche das eben nicht können. Stellen Sie sich vor, die Polizistinnen und Polizisten, die auch sonntags ihr Leben riskieren, oder Feuerwehrleute machen nur noch werktags Dienst. Im Alters- oder Behindertenheim dürfen sich die Bewohner selber versorgen. Ich jedenfalls danke jeder und jedem, der sich in einem Beruf betätigt, der auch an Feiertagen und Wochen­enden vollen Einsatz verlangt. In diesem Sinne allen frohe Festtage und ein glückliches neues Jahr.

Karl Künzle, Menzingen

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