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Leserbrief

Der Hass gegen den Westen würde für Jahrzehnte geschürt

«Trump und Rohani: Rundumschläge von zwei Bedrängten», Ausgabe vom 24. Juli

Der angezählte iranische Präsident Rohani drohte den USA unter Druck seines Chefs, Revolutionsführer Chamenei, den USA eine Seeblockade an. Der so genannte Weltführer drohte Trump darauf mit einem Tweet: «Bedrohen Sie niemals wieder die USA oder Sie werden Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben.» Da droht der mächtigste Mann der Welt, der nebenbei den Atomdeal mit dem Iran gebrochen hat, völlig unverhältnismässig mit einem massiven Krieg oder gar der Atombombe. Etwas anderes kann ja mit den angedrohten Konsequenzen nicht gemeint sein – als ob der Versuch, den Iran mit härtesten wirtschaftlichen Sanktionen in die Knie zu zwingen, nicht genug wäre. Zufällig sah ich vor wenigen Tagen eine berührende Sendung auf SRF 2 über Kulturschaffende im Iran. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung Irans ist jünger als 30 Jahre. Diese jungen, hoffnungsvollen Menschen sehnen sich nach nichts anderem als nach Freiheit, einem normalen Leben mit guter Bildung, Berufschancen, Glück, Wohlstand und ungehindertem Austausch mit Menschen ihrer Generation auf der ganzen Welt. Trotz der herrschenden politischen Macht gestalten sie aktiv ihr privates Leben und richten sich so gut wie möglich ihr individuelles Glück ein. Sie lachten mit ihren Familien trotz eines schwierigen Alltags und gingen herzlich miteinander um. Welches Leid würde ein heisser Krieg all den hoffnungsvollen Menschen bringen, welcher Hass würde damit auf Jahrzehnte hinaus gegen «den Westen» geschürt. Solche Drohkulissen sind nichts anderes als der Versuch, andere Länder zu kontrollieren und längerfristig zu destabilisieren, wenn nicht sogar zu unterdrücken. Man kann einen solchen Tweet einem kranken Hirn zuschreiben und darüber lachen. Aber solche Gedanken zu haben, heisst auch, sich mit deren Umsetzung zu befassen. Wir wissen aus der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts, dass solche Menschen gewollt oder ungewollt einen Weltkrieg – nicht nur einen Handelskrieg – auslösen können.

Peter Lütolf, Psychologe FSP, Meggen

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