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Der Kanton predigt Wasser und trinkt den teuersten Wein

«Grünes Licht für Rom-Reise», Ausgabe vom 2. November
Heribert Halter, Emmen

Ich finde es eine Zumutung, wenn der Kanton 100 000 Franken ausgibt, um auf Kosten der Steuerzahler zum Vatikan zu reisen. Die Einladung soll eine Ehre sein. Nichts gegen den Vatikan. Aber bereits ausbezahlte Krankenkassenprämien-Vergünstigungen einfordern, das kann der Kanton. Er predigt Wasser und trinkt den teuersten Wein selber. Hoffentlich wird es den Bürgern eine noch grössere Ehre sein, bei den nächsten Wahlen daran zu denken.

Heribert Halter, Emmen

Nächstes Jahr – man weiss es – wird der Stand Luzern Ehrengast bei der Vereidigung neuer Schweizergardisten sein. Das Korps im Vatikan umfasst 110 Männer.

Im aktuellen Jahr 2017 wurden 40 neue Gardisten vereidigt. Ihre Aufgabe ist es zur Hauptsache, den Papst auf seinen Reisen zu beschützen, die Eingänge in den Vatikan zu bewachen sowie Ordnungs- und Ehrendienste zu leisten.

Die Garde gibt es seit dem 21. Januar 1506. So weit, so gut – daran lässt sich nichts (mehr) ändern. Was mir aber in die Nase sticht, ist die Tatsache, dass der Stand Luzern mit zwölf hochkarätigen Persönlichkeiten als «Ehrengäste» an der Vereidigung neuer Gardisten im Jahr 2018 teilnimmt.

Nicht weil ich ihnen das nicht gönne, sondern weil das die Luzerner Steuerzahler 100000 Franken kosten soll. Rechne: Pro Teilnehmer würde das für die erlauchten zwölf Würdenträger 8333 Franken (!) kosten. Ein gewaltiger Betrag, der anderweitig besser und vor allem gescheiter eingesetzt werden könnte.

Wir erinnern uns: Bekanntlich nagt der Stand (nicht die Stadt!) am Hungertuch: Da wird an allen Ecken und Enden auf Teufel kommt raus gespart; in der Bildung werden beispielsweise Beiträge gestrichen, und wo die Not am Grössten ist, zieht man den von der Gesellschaft am meisten Benachteiligten den letzten Rappen aus dem Sack. Ich frage mich in Bezug auf die 100000 vom Parlament bewilligten Franken: Haben unsere Politiker kein soziales Gewissen mehr? Es scheint so. Zu viel ist ganz einfach zu viel. Auch wenn die Luzerner Staatskanzlei von «Selbstkostenanteilen» spricht. Dass ich nicht lache!

Hansruedi Sägesser, Steuerzahler, Kriens (ohne Gutschein für die Reise nach Rom)

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