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Der Täter hätte nicht in ein Doppelzimmer gehört

«St. Urban: Tödliches Drama in Klinik», Ausgabe vom 15. April
Erwin Vinzenz Peter, Reiden

Die Äusserungen von Julius Kurmann, Chefarzt stationäre Dienste der Luzerner Psychiatrie (LUPS), fand ich nicht ganz glücklich. Herr Kurmann sagt, dass ein solches Ereignis nur ganz selten eintrete. Zwischen den Zeilen gelesen, tönte diese Anmerkung fast wie eine Entschuldigung. Tatsache ist, dass so etwas nicht hätte passieren dürfen. Punkt. Die verstorbene Person trat am gleichen Tag ein wie der Täter. Der Kosovare hätte für die erste Nacht nicht in ein Doppelzimmer beordert werden dürfen. Es nützt nichts mehr, wenn Herr Kurmann im Nachhinein bei andern Kliniken nachfragt, was Usus ist. Er ist der Chef der LUPS und muss Dienstvorschriften erlassen, die solche Fälle zum Vornherein ausschliessen.

Ich kenne die LUPS gut von innen, und es spielt sich dort nicht alles so ab, wie es im Bericht geschrieben steht. Vom 22. August bis 14. Oktober 2014 befand ich mich in der LUPS in stationärer Behandlung wegen einer Depression. Ich kam auch in ein Doppelzimmer, wo der Mitpatient (vermutlich ein Drogenabhängiger) mich laufend in Angst versetzte. Er trug einen Gürtel diagonal über die Brust mit einer dubiosen Tasche, was mich das Fürchten lehrte. Ich glaube, er trug diese Montur noch im Schlaf. Als Erstes sagte er zu mir, dass ich wissen müsse, dass er zuerst dieses Zimmer bewohnt hätte. Ich wurde später verlegt in einen Raum mit drei Betten, kurzzeitig wurde noch eine vierte Schlafstelle hineingepfercht und auch belegt. Ich war damals wie auch heute halbprivat versichert. In Alterszentren gibt es praktisch nur noch Einzelzimmer, was für deren Bewohner mehr persönliche Freiheit bedeutet. In der Psychiatrie wäre dies umso notwendiger, weil jene Menschen ja auch noch gesund werden müssten.

Erwin Vinzenz Peter, Reiden

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