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Der Vorschlag des Bundesrates ist ein wichtiges Signal

«Vergewaltiger sollen länger hinter Gitter», Ausgabe vom 26. April
Barbara Gysel, Kantonsrätin, Präsidentin Sp Kanton Zug, Oberwil

Der Vorschlag des Bundesrates für die Mindeststrafenerhöhung für Vergewaltigungen ist ein wichtiges Signal. Es zeigt auf, wie die Schweiz zu Menschen steht, die den Willen, Geist und Körper von anderen nicht respektieren, sogar schwer schaden. Dass Sexualstraftaten deutliche Konsequenzen erfordern, ist selbstverständlich. Dennoch ist Vorsicht geboten: Man soll nicht wie Paläokonservative nur nach schweren Strafen und Stigmata schreien. Statt der Zukunftsaussicht eines kompletten Ausschlusses von der Gesellschaft und Bestrafung sollten sogar Menschen mit Neigungen, bei denen es den meisten kalt über den Rücken läuft, gleichwohl in der Erwartung sein, dass sie bei der Überwindung ihrer Vorhaben Unterstützung erfahren. Potenzielle Taten, über die gesprochen werden kann, lassen sich wohl eher verhindern. Noch wichtiger ist jedoch, dass man gewisse Straftaten auch zutreffend benennt. In der Schweiz gelten Vergewaltigungen rechtlich gesehen als heterosexuell, weil sie durch eine vaginale Penetration definiert werden. Frauen sind dadurch Opfer. Der Zwang zu analem und/oder oralem Geschlechtsverkehr gilt – für mich unverständlich – bisher nicht als Vergewaltigung, sondern «nur» als sexuelle Nötigung und kennt demzufolge keine Mindeststrafe (Artikel 189 StGB). Die SP-Bundesrätin Sommaruga will das nun ändern. Durch die Revision können in den Augen der Justiz endlich auch Männer als Vergewaltigungsopfer identifiziert werden.

Fazit: Die Harmonisierung der Strafrahmen bei Sexualdelikten ist ein Zuspruch für viele Frauen, Kinder plus Männer und daher werte ich die Revision letztlich auch als einen Schritt Richtung Gleichstellung.

Barbara Gysel, Kantonsrätin, Präsidentin SP Kanton Zug, Oberwil

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