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Die Parkplätze am Postplatz beschäftigen die Zuger weiter

Zur Parkrauminitiative in der Stadt Zug
Astrid Estermann, Gemeinderätin Alternative der Stadt Zug, Zug

Die Befürworter der Initiative für den Erhalt der Kurzzeitparkplätze am Postplatz behaupten, dass sich die Ausgangslage mit dem Nein zum Stadttunnel auf dem Postplatz vollkommen verändert hat und sich deshalb eine erneute Abstimmung nach zehn Jahren aufdrängt. Hätte das Stimmvolk zum Stadttunnel ja gesagt, dann wäre dieser zirka 2040 fertiggestellt worden. Die Kurzzeitparkplätze hätten aber bereits heute aufgehoben werden müssen. Wie hätte dann das Gewerbe in der Altstadt darauf reagiert?

Die Befürworter lassen mit ihrem neuen Flyer die Meinung aufkommen, sämtliche Kurzzeitparkplätze würden aufgehoben, was überhaupt nicht stimmt. Ausserdem behaupten sie, der Verkehr nehme in der Altstadt zu. Im Gegenteil: In den letzten Jahren hat er sogar leicht abgenommen. Seit Jahren leidet das Gewerbe in der Altstadt an weniger Kundschaft und am Schwund von Läden. Das bereitet auch mir Sorge. Ich bin aber davon überzeugt, dass oberirdische Parkplätze diese Entwicklung nicht verhindern, sondern sogar behindern: Offene und schöne Plätze schaffen Raum für innovative Ideen und das Parkhaus generiert mit dem Parkleitsystem weniger Suchverkehr in der Altstadt. Die neuen Parkplätze im Parkhaus ermöglichen ein längeres Verweilen in der Altstadt und das schnelle Halten für das Holen der gebügelten Hemden ist nach wie vor als Umschlag möglich.

Die Altstadt hätte eigentlich den Joker des Flanierens in schöner Umgebung in der Hand im Gegensatz zu Metalli und Bundesplatz. Es ist schade, dass das Gewerbe das Potenzial von neuen Möglichkeiten nicht sieht und am Alten unbedingt festhalten will. Schade ist ebenfalls, dass mit falschen Argumenten und Ängsten versucht wird, den gültigen Bebauungsplan schlecht zu reden und den damaligen Kompromiss als total falschen Entscheid hinzustellen. Gut wäre, die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze als Chance zu etwas Neuem zu sehen. Deshalb: Ein Nein am 10. Juni in die Urne legen.

Astrid Estermann, Gemeinderätin Alternative der Stadt Zug, Zug

Wie oft verspürten Sie schon den Wunsch, am Zuger Postplatz ein Buch zu lesen, mit anderen Menschen zu plaudern oder mit Kindern zu spielen? Ist dieses Bedürfnis erwartungsgemäss nicht so stark, wie der Zuger Stadtrat Ihnen weismachen will, gehören Sie zur grossen Mehrheit. Das ist durchaus verständlich, ist es doch weit schöner, die raren Stunden seiner Freizeit am See oder auf dem Zugerberg zu verbringen als auf dem von Häusern umringten und meist menschenleeren Postplatz. Den nutzen Sie vielleicht lieber als Kurzparkgelegenheit, um schnell und bequem ein paar Einkäufe zu machen.

Was Ihren Gewohnheiten am Besten entspricht, scheint den Zuger Stadtrat allerdings nicht gross zu interessieren. Oder er glaubt, in Zug sei es ebenfalls möglich, abgelegene und wenig attraktive Plätze mit Leben füllen zu können. Das ist natürlich ein Irrglaube, der nur damit erklärt werden kann, dass einige Politiker Zug mit Rom, New York oder Zürich verwechseln. Aber nach Zug kommen definitiv nicht Millionen Touristen, die irgendwo noch ihr Brötchen essen oder wund-gelaufene Füsse pflegen müssen. Den Postplatz auf Teufel komm raus von Autos zu befreien, macht also wenig Sinn. Zumal mit der Aufhebung der praktischen Parkgelegenheiten die Zuger Altstadt bald so leer sein wird wie der neu gestaltete Postplatz. Mit einem Ja zur Volksinitiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» haben Sie den «Föifer und’s Weggli»: Am See die Freizeit geniessen und im lebendigen Zuger Zentrum Einkäufe machen. Dieser Meinung ist übrigens auch die Mehrheit des Zuger Gemeinderates. Das ist schön und gut so, denn die Zeiten haben sich geändert und man kann und darf sie nicht mit denen vor zehn Jahren vergleichen. Wir sollten von anderen Kleinstädten, wie Zug eine ist, belehren, dass dies heute so nicht mehr funktioniert. Wir brauchen am 10. Juni ein Ja. Danke.

Thorsten Schneider, Zug

Rechnen war nicht mein Lieblingsfach in der Schule. Wenn nun fast täglich von tausenden Arbeitsplätzen beim Postplatz gejammert wird, so scheint mir das nicht plausibel. Ohne Parkplatz plötzlich 2000 Stellen, welche verloren gehen? Man muss kein Genie sein, um sich vorzustellen, dass mehr Schuhe zur Reparatur gebracht werden, wenn Leute zu Fuss gehen statt Auto fahren. Zug nennt sich schliesslich Energiestadt. Das verpflichtet, dass nicht eine Handvoll Egoisten 300 Gramm Hirn per Panzer (Offroader) beim Postplatz parkieren während 100 000 Autohalter verzichten müssen (obwohl auch sie die 9 Millionen für das Parkhaus bezahlen). Zu denken gibt mir auch, dass ein Politiker, welcher in erster Linie vom Parkplatz dort profitiert, vergessen hat, dass er bei seiner Wahl versprochen hat, sich für das Wohl des Volks einzusetzen. Hat schon jemand ausgerechnet, wie viele gesunde Arbeitsplätze geschaffen würden, wenn Velokuriere die Besorgungen in der Altstadt machen dürften?

Tony Stocklin, Steinhausen

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