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Leserbrief

Die Schweiz ist alles andere als abgeschottet

Zur Marktwirtschaft unseres Landes

Der Begriff «Abschottung» ist beinahe schon zum «Unwort des Jahres» geworden. Die Verantwortlichen von Economiesuisse, Avenirsuisse, Suissemem, die FDP-Präsidentin, die Jungfreisinnigen, selbst ernannte «Wirtschaftsexperten» und Journalisten werden nicht müde, diese unsinnige Leier einander nachzuplappern. Es ergeben sich hin und wieder daraus groteske Situationen, wie zum Beispiel in einer «Arena»-Sendung, wo die Präsidentin der aussenpolitischen Kommission Christoph Blocher die Wichtigkeit unseres Exportmarktes nahezubringen versuchte, einem Unternehmer, dessen Produktion zu über 95 Prozent in den Export geht und der 26 Produktionsstandorte in 16 Ländern und weltweit über 3000 Arbeitsplätze geschaffen hat. Sie komme eben aus dem Kanton Baselland und müsse daher auch die Pharmaindustrie berücksichtigen. Sinnigerweise geht Blocher auch auf dümmliche Spässe nicht mehr ein.

Offenbar übersehen diese «Internationalisten», dass die Schweiz, eine der ältesten Demokratien der Geschichte, seit langem eine der weltoffensten Marktwirtschaften aller Zeiten hat. Unser Land hat 27 wichtige Freihandelsabkommen mit 38 Partnerländern abgeschlossen, worunter China, Japan, Kanada, Mexiko, Singapur und Südkorea. Keines diese Länder hat je von uns verlangt, dass wir Mitglied ihres Binnenmarktes werden, automatisch ihre Gesetze nachvollziehen oder uns ihrer Gerichtshoheit beugen. Auch gehört die kleine Schweiz zu den grossen Geschäftspartnern der USA. Das Handelsvolumen beider Länder beläuft sich derzeit auf jährlich über 115 Milliarden Dollar.

Damit befindet sich unser Land auf Rang 12 der wichtigsten Handelspartner der USA, weitaus bedeutender etwa als Russland (27 Milliarden) oder Brasilien (88 Milliarden). Insgesamt haben Schweizerunternehmen 224 Milliarden Dollar in den USA investiert, womit unser Land zum siebtgrössten Investor aufgestiegen ist. Mit 4,3 Milliarden Dollar liefern Schweizerfirmen in den USA mehr Steuern ab als etwa kanadische Unternehmen. Diejenigen Politiker und Wirtschaftsleute, die ihre Mitbürger, die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit an erste Stelle setzen, als «Abschotter» beschimpfen, sollten sich endlich bewusst werden, wie paradox sie daherschwatzen. Sollte eine institutionelle Andockung an die sinkende «Titanic» EU tatsächlich stattfinden, würden unsere sämtlichen mühsam erarbeiteten früheren Freihandelsverträge zur Makulatur. Der Abschluss von Handelsverträgen wäre nur noch über die Zentrale in Brüssel möglich.

Bin ich nun ein «Abschotter», wenn ich die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Schweiz als unverhandelbar erkläre und mich weigere, als rechtloser Untertan von einer wie ein mittelalterliches Feudalsystem agierenden Brüsseler Befehlszentrale unterjocht zu werden? Das von der EU diktierte institutionelle Rahmenabkommen führt auf direktem Weg unweigerlich zur EU-Mitgliedschaft. Wir dürfen daher keinen Millimeter unserer Souveränität preisgeben. Dasselbe erhoffe ich mir von den bis jetzt standhaften Gewerkschaften!

Robert Nieth, Walchwil

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