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Leserbrief

Die Stadt Zug braucht auch Freiräume

Zur Abstimmung in der Stadt Zug am 10. Juni über die Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!»
Barbara Müller Hoteit, Mitglied im Grossen Gemeinderat, CSP Zug

Im Jahr 2014 wurde die Stadtentwässerung in der Zeughausgasse beendet und die Zeughausgasse mit Pflastersteinen, neuer Beleuchtung und Tempo 30 aufgewertet. Es fand eine Begehung in der neu gestalteten Zeughausgasse statt. Die anwesenden Personen aus dem Stadtrat, der Verwaltung und von den Ingenieuren und Handwerkern erklärten die Neuerungen.

Als neu beginnende Gemeinderätin nahm ich daran teil. Dabei vielen mir zwei Herren auf, welche in unbeschreiblicher Manier lästerten und sich gebärdeten, dass es mich als «Neueinsteigerin» in die Zuger Politik peinlich beschämte. Nichts war gut genug, nichts fand ihre Zustimmung.

Im Jahr 2015 fand in der Zeughausgasse ein Einweihungsfest und der erste Weihnachtsmarkt statt. Beides fand in der Bevölkerung viel Anklang. Der Weihnachtsmarkt expandierte innerhalb von nur drei Jahren um das Doppelte und dehnte sich auf den Landsgemeindeplatz aus.

Heute ist der Hirschenplatz ein beliebter Ort. In den Sommermonaten dürfen die zwei Restaurants ihre Bestuhlung auf den ganzen Platz ausdehnen. Die Parkplätze sind verschwunden, der Platz lebt.

Städte brauchen «leere» Plätze, welche von den Einwohnern kreativ bespielt werden dürfen. Dadurch wird der kulturelle und soziale Austausch, der «Kitt» in der Gesellschaft gestärkt. Das Gewerbe profitiert.

Unsere Stadt Zug wächst. Das Hochhausreglement wurde angenommen. Einige sehr grosse Überbauungen sind geplant. Die Stadt Zug braucht als Balance zur Verdichtung auch zwingend Freiräume. Bereits vor zehn Jahren haben die Personen im Mitwirkungsverfahren zur Gestaltung des Postplatzes diesen Bedarf erkannt und das Volk hat mit einem deutlichen Mehr von 65 Prozent den Bedarf bestätigt.

Diese positive Entwicklung, welche mit der Aufhebung der Parkplätze auf dem Landsgemeindeplatz begann, wird nun mit der Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» gefährdet. Die gleichen Exponenten, welche ich in der Zeughausgasse schimpfen hörte, weibeln in der Altstadt umher, schüren Ängste und verbreiten Unwahrheiten, welche schlicht mit den Fakten nichts zu tun haben.

Der Bebauungsplan zum Postplatz betrifft die Parkplätze entlang der Grabenstrasse und neben der Kirche Stadt Oswald nicht. Diese Parkplätze bleiben bestehen. Auch Kurzzeitparkplätze wird es neben der ehemaligen Post weiterhin geben. Diese stehen gehbehinderten Personen ebenso wie jenen Personen zur Verfügung, welche «schnell» ihre Hemden oder Schuhe abholen wollen und selbst ängstlichen Frauen, welche ungern ins Parkhaus fahren, kann man mit speziell markierten Frauenparkplätzen entgegenkommen.

Behandle jeden Kunden gleichwertig – eine Grundregel eines erfolgreichen Gewerbes – ist heute nicht mehr selbstverständlich. Das Gewerbe in der Altstadt scheint dem Autofahrer zu hofieren und vergisst das riesige Potenzial, welches in der modernen Stadtbevölkerung steckt.

Einmal mehr kämpft man gegeneinander, anstatt zusammen den Konsens zu suchen. Im Sinne einer positiven Stadtentwicklung sage ich Nein zur Initiative. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein freier Postplatz dem Gewerbe mehr dient und einen unverzichtbaren Beitrag zur Belebung der Altstadt leisten wird.

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