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Leserbrief

Die zweite Hälfte abgemurkst

«Die Enttäuschung ist gross», Ausgabe vom 16. Mai

Wer A sagt, muss auch B sagen; dies gilt allerdings längst nicht immer in unserem Kanton. Wer ein teures Prestige-Projekt dem Stimmvolk mit flankierenden Massnahmen schmackhaft macht, wird diese in der Folge noch seltener tatsächlich umsetzen, weder in einer Bananenrepublik noch anscheinend im Kanton Zug. Die entsprechenden Fälle haben sich gerade in letzter Zeit erschreckend gehäuft.

Unterägeri: Das ambitiöse Luxus-Bauvorhaben «Baumgärtli» ist gebaut; das vor der Abstimmung zugesicherte Kinderhotel hat sich in Luft aufgelöst.Zug: Das Uptown-Hochhaus steht. Der Zuger Stadtrat möchte die als Lockvogel vor der Abstimmung versprochene öffentliche Zugänglichkeit des obersten Geschosses wieder abmurksen. Daran hindern ihn nicht die vorherigen gegenteiligen Zusicherungen, sondern bloss die Tatsache, dass ein solcher Beschluss mit einer Vielzahl von Teil-Eigentümern rechtlich kaum machbar ist.Baar: Mit dem aus gleichem Motiv grosssprecherisch angekündigten Restaurant im City Hochhaus sieht es noch schlechter aus.wieder Zug: Das Parkhaus Postplatz ist fertig. Die als Kompensation mit beschlossene Reduktion der oberirdischen Parkplätze wird jetzt plötzlich in Frage gestellt.wieder Baar: Für die Tangente um Baar wurde vor der Abstimmung 2009 eine Verkehrsberuhigung innerorts vorgegaukelt. Auch dies hat der Gemeinderat spätestens 2014 vergessen, und von Entlastung ist praktisch nichts spürbar. Cham: Noch lässt der Spatenstich für die so genannte Umfahrung Cham-Hünenberg infolge zahlreicher Einsprachen auf sich warten. Aber es ist sicher wie das Amen in der Kirche: Wenn die Strasse einmal steht, wird ein rechtes Komitee herausfinden, dass jede auch noch so bescheidene Massnahme zur Verkehrsumlagerung alle Geschäfte zwischen Alpenblick und Zythus in den Konkurs treibt, ungefähr so, wie es heute die SVP für die Zuger Altstadt zelebriert.

Der Denkstau im Gehirn führt unweigerlich zum Stau auf der Strasse. Jeder zusätzliche Parkplatz ist Mitverursacher für die immer langsamere Fahrgeschwindigkeit innerorts. Diese erreicht schon heute oft während vieler Tagesstunden einen Tiefstwert, den nicht einmal linksgrüne Extremisten je zu fordern gewagt hätten. Wie die aktuelle Situation längst beweist, ändert sich daran nichts, wenn wir die halbe Lorzenebene mit zusätzlichen Spangen und «Entlastungen» aus unseren Steuermitteln zupflastern.

Ja, es ist wirklich ein Gerichtsentscheid fällig, wie viel vor einer Abstimmung mit anschliessend nicht eingelösten Versprechungen gelogen werden darf, damit ein knappes oder gar hauchdünnes Ja als Resultat noch gültig bleibt.

Jürg Röthlisberger, Cham

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