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Dieser Leser hat genug von «#metoo»

«Jetzt habt euch nicht so», Ausgabe vom 15. November

Unter dem Hashtag «me too» sollen tatsächliche oder vermeintliche, wenn nicht gar erfundene sexuelle Belästigungen und sexuelle Übergriffe angeprangert werden. Wie ein Flächenbrand fühlen sich nun plötzlich alle Frauen angegriffen oder belästigt. Wenn man nur ein ganz wenig realistisch bleibt, merkt man schnell, dass dies nicht wahr sein kann. Es gibt hier mehrere Problemfelder:

Erstens definieren unter «me too» die vermeintlichen Opfer selber, was gesellschaftlich nicht erlaubt ist. So leid es mir tut, das ist nicht in ihrer Kompetenz. Es ist die Gesellschaft, die Grenzen zu ziehen hat und nicht der Einzelne!

Im Weiteren, um es etwas martialisch auszudrücken, ist und bleibt die Suche nach einem Partner eine Kampfzone. Es gibt immer solche, die sich geschickter anstellen, und solche, die mit ihren Komplimenten danebengreifen oder, anders gesagt, das Balzverhalten nicht perfekt beherrschen.

Wenn man nun bei der Partnersuche jedes ungeschickte Verhalten an den Pranger stellt, also fehlendes Fingerspitzengefühl mit gesellschaftlichem Lynchen bestraft, dann wird die Folge sein, dass früher oder später Männer nur noch in Begleitung eines Rechtsanwaltes eine Frau ansprechen. Wer ohne Blessuren einen Partner finden will, der sollte besser Single bleiben, denn die Partnersuche ist und bleibt ein heikles Pflaster, und dort Perfektion zu suchen, ist dümmer als erlaubt.

Absolut inakzeptabel ist es, «me too» dazu zu benützen, eine Person, mit der man noch eine Rechnung offen hat, zu bekämpfen, und ich werde den Verdacht nicht los, dass im Moment sehr viele offene Rechnungen beglichen werden.

Und Ungerechtigkeiten gehören zum Leben, das erlebt jeder, und sie sind ein wichtiger Schritt, um vorwärts- und weiterzugehen und daraus zu lernen

Ich rede nicht von der sexuellen Belästigung, dem Stalking oder anderem. Aber dafür gibt es das Strafrecht und nicht die Selbstjustiz. So gesehen ist «me too» ein Rückschritt ins Vormittelalter, als noch das Racheprinzip galt. Es sei den Frauen und auch den männlichen Anhängern dieser Mode ans Herz gelegt, mit Bedacht vorzugehen, denn sonst kommt es wieder zum Geschlechterkrieg. Diesen müssen wir überwinden und nicht wieder anfachen.

Wenn schon die Staatsanwaltschaften dem Irrglauben anhängen, es gebe nur fehler­lose und perfekte Menschen und jeder Fehler sei zu bestrafen, dann ist das ein Problem unserer Justiz. Diese Einstellung auch auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau anzuwenden, ist der Tod eines unverkrampften Verhältnisses zwischen Mann und Frau.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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