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Leserbrief

Digitalisierung führt zum «Turmbau zu Babel»

«China steht vor Lernkurve», Ausgabe vom 16. Juni

Aus dem Interview mit dem ehemaligen Schweizer Botschafter in China, Uli Sigg, geht drastisch hervor, wohin die fortschreitende Digitalisierung führen kann, wenn sie zu politischer oder wirtschaftlicher Macht missbraucht wird: In China zielt der Staat darauf hin, dass er die Gesinnung jedes Einzelnen erspüren kann, so dass man bereits vom «gläsernen Menschen» spricht. Dadurch kommt der Staat in die Lage, kritische Persönlichkeiten rechtzeitig auszuschalten. Wenn man verhüten will, dass unser Land in ähnlich bedenkliche Zustände hineinrutscht, muss man meines Erachtens zumindest den Datenschutz wirksam ausbauen. Die Digitalisierung sollte nur in dem Masse erweitert werden, als der Datenschutz in der Lage ist, den Missbrauch zu stoppen. Doch die Entwicklung verläuft leider anders: Währenddem Bund und Kantone ständig Millionen zum Ausbau der Digitalisierung fordern und erhalten, fehlen dem Datenschutz die erforderlichen Spezialisten. Im Kanton Luzern warf der Datenschutz-beauftragte den Bettel hin, weil man ihm aus Spargründen die Mittel für den Ausbau verweigerte. Auch die Bedenken zur digitalen Stimmabgabe finde ich berechtigt. Mich persönlich beschleicht allmählich das unangenehme Gefühl, dass die Digitalisierung zum «Turmbau zu Babel» führen könnte, sind doch die Forscher bereits auf dem Weg, eine künstliche Intelligenz zu schaffen, die für uns automatisch soziale, medizinische, wirtschaftliche oder technische Handlungen ausführen kann.

Adolf Fuchs, Luzern

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