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Durch die Salle Modulable wird das Inseli zerstört

«Salle Modulable: ‹Zwei Fliegen mit einem Schlag›», Ausgabe vom 7. Juli

Herr Regierungsrat Reto Wyss sagt: «Hören wir mal mit diesem Ammenmärchen auf, dass die Salle Modulable nur für die Elite gebaut wird.» Ich sage: Hören wir mal mit diesem Ammenmärchen auf, «das Inseli werde mit der Salle Modulable aufgewertet». Tatsache ist, dass das Inseli zerstört wird, dass der heutige Seeanstoss mit dem Projekt Salle Modulable zu 50 Prozent aufgehoben wird und dass die Grünfläche nicht annähernd erhalten bleibt, da der verbleibende Rest des Car-Parkplatzes kein reeller Ersatz für den Verlust des Seeanstosses ist. Zudem wird mit dem Neubau die Realisierung eines durchgehenden Kanales, was eine echte Aufwertung des Inseli als Naherholungsraum für die Studenten der Hochschule wäre, für immer verbaut.

Der Kanton ist bereit, 7 Millionen Franken für die Planung aufzuwenden, wo gleichzeitig an der Bildung gespart wird. Natürlich kann man über ein Gebiet eine Projektierung starten. Wenn jedoch grundlegende Fragen, die das Bauvorhaben in Frage stellen, nicht vorgängig geklärt sind, ist das Geld zum Fenster hinausgeworfen. Mit dem Baurechtsvertrag, über den die Stimmbürger im November abstimmen, wird das Inseli als Bauland ausgegeben. Das Inseli aber ist eine Grünzone und, um überbaut zu werden, bedarf es einer Umzonung. Auch die im Wettbewerb vorgegebene Höhe für das Bühnenhaus (über 30 Meter) bedarf einer Abstimmung über das Hochhausstatut der Stadt Luzern. Trotz der Androhung einer Einsprache des Vierwaldstättersee-Schutzverbandes und des Heimatschutzes wird ein Architekturwettbewerb weiterverfolgt. Das ist unverantwortlich! Für Carparkplatz und Määs sind keine alternativen Standorte bekannt. Was mit dem leer stehenden Theaterbau an der Reuss gemacht wird, ist völlig offen. Auch das Sponsoring von Privaten in der Höhe von 35 Millionen Franken wird als fest angenommen. Zu sagen – weil ja die Stiftung alles vorschreibt – haben diese nichts, nur zu zahlen!

Begründet wird alles damit, dass mit einem Nein die Schenkung von 80 Millionen verloren ginge. Zweifellos ist das viel, sehr viel Geld. Aber der Bau kostet über 200 Millionen, und die Stiftung diktiert Grösse, Standort und Ausgestaltung des Baus. Ist das demokratisch?

Ich sage: Luzern ist nicht Güllen, und wir Luzerner lassen uns nicht für 80 oder 100 oder noch mehr Millionen das Inseli verbauen! Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» lässt grüssen!

André Meyer, a. Denkmalpfleger des Kantons Luzern, St. Niklausen

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