Leserbrief
Durchgangsbahnhof Luzern muss höchste Priorität haben

«Durchgangsbahnhof: Jahrelange Verzögerung für Baustart droht», Ausgabe vom 26. November

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Die Planungen rund um den Grossausbau des Luzerner Bahnhofs laufen seit Jahren auf Hochtouren. Bis 2026 sollen sie abgeschlossen sein, damit der Baustart zwischen 2028 und 2030 gelingt. Diffuse Aussagen des Bundes sorgen diesbezüglich aber erneut für Verwirrung. So spricht das Bundesamt für Verkehr (BAV) vom Baustart zwischen 2030 und 2032, da bis 2033 wegen zu starker Netzbelastung im Bahnbetrieb keine neuen Grossprojekte mehr gestartet werden können. Fest steht: Der Baustart verzögert sich erneut. Allein die Frage, wie viele weitere Jahre diese Verzögerung dauert, ist offen.

Brisant ist zudem, dass nun auch der Streckenausbau von Bern nach Lausanne ins Kandidatenfeld um die Verteilung der Bundesmilliarden rückt und so de facto für den Durchgangsbahnhof zur Konkurrenz wird. Denn die Probleme mit diesem Vorhaben der SBB sind hausgemacht: Weil die neu angeschafften, hochpreisigen Neigezüge nicht die gewünschten Minuten einsparen, sollen stattdessen erneut Milliarden in einen Streckenausbau fliessen. Fehlt nur noch, dass auch dieses von den SBB selbst geschaffene Fiasko unser Jahrhundertprojekt ausbremst. Dagegen gilt es gemeinsam anzukämpfen, damit die Zentralschweiz nicht den Anschluss verliert. Es ist von höchster Priorität, die Wichtigkeit des Bahnhof-Ausbaus in Luzern aufzuzeigen. Denn letzten Endes profitiert die ganze Schweiz von rascheren Verbindungen aus ihrem Herzen, der Zentralschweiz.

Benedikt Aregger, Luzern, Vorstand die Junge Mitte Kanton Luzern