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Ein Bau, der rundum rücksichtslos alles erdrückt

«Klostergarten-Neubau landet vor Gericht», Ausgabe vom 12. Februar
Gerhard Färber, Luzern

Turmhohe Visierstangen stehen seit langem im Garten des Kapuzinerklosters Wesemlin. Je öfter man dieses Fanal zu sehen bekommt, desto deutlicher und erschreckender wird der Eindruck dessen, was uns erwartet: eine sechsstöckige Mietkaserne mit 30 Wohnungen und Garagen! Ein Bau, der weder in den Klostergarten noch ins Wesemlinquartier passt und rücksichtslos rundherum alles erdrückt.

Mag sein, dass der Kapuzinerorden für sein Überleben neue Ertragsquellen braucht. Mag aber auch sein, dass eingeweihte private Kreise es verstanden haben, dieses Bedürfnis für sich nutzbar zu machen. In aller Stille entwickelt, wurde das Projekt der Öffentlichkeit als «fait accompli» präsentiert.

Angesichts der Verbundenheit des Klosters mit unserem Quartier hätte man sich ein sensibleres Vorgehen gewünscht. Es bleibt rätselhaft, wie das einzige sechsstöckige Projekt unter den acht eingereichten Vorschlägen den Segen sämtlicher Instanzen gewinnen konnte.

Stand etwa der Projektgewinner von vornherein fest? Kann es sein, dass der sonst bescheiden auftretende Kapuzinerorden die Maxime «Möglichst kleiner Fussabdruck» vor «Rücksicht» stellt? Gehen finanzielle Überlegungen vor? Ist es dem Orden egal, dass durch diesen Klotz nicht nur ihr Klostergarten, sondern das ganze Wesemlinquartier nachhaltig verändert, ja verschandelt werden und sich für ähnliche Projekte Tür und Tor öffnen? Kann die spirituell orientierte «Oase W» angesichts des zu erwartenden Bewohnerzuwachses wirklich noch realisiert werden? Glaubt der Orden (Bestand 13 Brüder!), dass er sein letztes Wort bei der Auswahl der Mieterschaft auf Dauer wird ausüben können? Wird nicht binnen kurzer Zeit eher Wildwuchs walten? Kein Zweifel: Ein Projekt mit vier Stockwerken stiesse kaum auf Widerstand. Allerdings müsste dazu der Kapuzinerorden mit seinem überreichlich vorhandenen Boden etwas weniger geizen. Der Lohn daraus? Ein quartierverträgliches Bauwerk – und der Frieden bliebe erhalten!

Gerhard Färber, Luzern

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