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Ein falsches Zeichen oder etwas für die Ewiggestrigen

«Finanzdirektor kontert Kritik am Flottenrabatt», Ausgabe vom 29. Dezember

Kürzlich präsentierte der Zuger Finanzdirektor den Deal, dass die Kantonsangestellten von einem Flottenrabatt profitieren könnten. Leider scheint er nicht zu merken, was für ein falsches Zeichen er so setzt: Reka-Checks weg, dafür Flotten­rabatt: Unsere Mobilitäts- und Umweltprobleme werden so nur verstärkt. Der Zuger Regierungsrat hat sich mit seiner Steuerstrategie selber k. o. gesetzt: Er hat seine eigene Luft so stark abgeschnürt, dass er selber nicht mehr aktiv sein kann. Stattdessen ist er auf Brosamen umweltpolitisch bedenklicher Provenienz angewiesen, um sein schlechtes Gewissen seinen Angestellten gegenüber wieder etwas zu verbessern. Auch von Finanzpolitikern erwarte ich mehr als nur einen engen Fokus auf das Budget: Ich erwarte verantwortungsvolles Handeln, das uns allen auch längerfristig nützt. Die Einsicht und Fähigkeit dazu wünsche ich uns und unserem Finanzdirektor fürs 2018.

Tabea Zimmermann Gibson, Co-Präsidentin ALG Stadt Zug

Es gibt sie noch, die Ewiggestrigen. Naturgemäss bringt man eher die bewahrenden konservativen Kräfte damit in Verbindung, aber diesmal wird der Titel nach links aussen an die ALG vergeben.

In der Debatte über die Sparprogramme versuchte die Fraktion der Alternativen-die Grünen (ALG) regelmässig, für die Mitarbeiter der Verwaltung in die Bresche zu springen, wenn es darum ging, wegen anhaltenden strukturellen Defizits auch beim Personal Einsparungen zu machen. Wenn sich nun ebendiese Partei dagegen einsetzt, dass Kantonsangestellte ohne Mehrkosten für den Kanton vergünstigt ein Auto erwerben können, so ist das paradox.

Man kann es wahrhaben oder nicht, aber wir leben nicht in der ALG-Traumwelt, in der alle mit Birkenstöcken an den Füssen nur mit dem Fahrrad fahren, ausschliesslich glückliches Biogemüse aus lokalem Anbau essen und in den Ferien im nahegelegenen Wald Bäume umarmen. Auch die Verwaltungsangestellten essen hie und da Fleisch, gehen in den wohlverdienten Ferien vereinzelt mit dem Flieger in die Ferien, und –ob man es glaubt oder nicht – manche von ihnen fahren Auto.

Dank technologischen Fortschritten stösst ein neu gekauftes Fahrzeug im Schnitt weniger Schadstoffe aus als das zu ersetzende. Somit ist der Ersatz eines alten durch ein neues Auto für die Umwelt mehr Segen als Fluch. Ich gönne es den Angestellten des Kantons, dass sie – nachdem einige Sparbemühungen mitgetragen werden mussten – nun vergünstigt ein neues, technologisch besseres und verbrauchstechnisch effizienteres Auto kaufen können.

Marcel Peter, FDP-Kantonsrat, Neuheim

Heinz Tännler versteht nicht, weshalb sich die Alternativen-die Grünen Zug an vergünstigten Autos für Kantonsangestellte stören. Die sogenannten Flottenrabatte seien weit verbreitet und kosten den Kanton Zug keinen Rappen. In der «Zuger Zeitung» lässt der Finanzdirektor im trumpschen Stil der «alternativen Fakten» verlauten, dass es auch Autos gebe, welche nicht umweltschädigend seien, und dass günstigere Autos nicht automatisch zu einer höheren Nachfrage führen werden. Tatsache ist jedoch: Auch in Hybrid- und Elektroautos steckt viel Energie, in der Gesamtbilanz sind solche Autos keineswegs umweltfreundlich. Mehrverkehr führt zudem zu mehr Strassen und einer weiteren Zubetonierung der wenigen verbleibenden Wiesen in Zug. Die schlechte Luftqualität schadet auch der Gesundheit, was laut Zahlen der europäischen Umweltagentur in der Schweiz jährlich 3000 Todes­opfer fordert. Im Kanton Zug wären dies also ca. 45 Menschen. Auch wenn günstigere Autos sicher sexy sind, wären wohl die Wiedereinführung von vergünstigten Reka-Checks und ein Ende der massiven Sparprogramme die bessere Massnahmen, um für Kantonsangestellte ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.

Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz, Rotkreuz

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