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Leserbrief

Ein Lob auf die Obst- und Gemüsebauern

Zu Investitionen, die nicht den Richtigen zugutekommen

Wären Sie bereit, einem Lebensretter zu danken? Ohne die Obst- und Gemüsebauern dieser Welt würden wir erbärmlich darben. Wie viele Seiten der Wertschätzung geniessen die Esswarenproduzenten täglich in der Zeitung? Ich erinnere mich an meine Jugend, an die Rückenschmerzen und den Schweiss beim Kartoffelsammeln. So habe ich Hochachtung vor den Bauern und gehöre nicht zu jenen, welche laut Statistik 30 Prozent der Esswaren wegschmeissen. Vor einigen Wochen traf mich fast der Schlag, als ich den Artikel las über einen Spitzenspieler (Sohn einer Fabrikarbeiterin), welcher sich nur mit 100 Millionen Lohn zufriedengibt, während eine ganze Bauernfamilie zusammen kaum einen Bruchteil einer Million kriegt. Warum darf ein Kilo Kartoffel nicht 20 Franken kosten, dafür aber ein Fussballspiel Dutzende Franken? Am TV wurde kürzlich gezeigt, wie Bauern mehrere Berufe beherrschen. Spieler hingegen benötigen Putz- und Pflegepersonal aus dem Ausland. So braucht es ein Dutzend kräftige männliche Spieler, um einen leblosen Ball oder Puck durch ein Tor zu schieben. Glauben Sie, einer davon würde fünf Minuten durchhalten bei der Kartoffelernte zum Bauern-Lohn?

Im Bröchli (Stadt Zug) übernahm der Steuerzahler die Investitionen in Millionenhöhe, während von allen Bauern erwartet wird, dies selbst zu tun. Jetzt, vor den Wahlen ist, ist die Zeitung wieder voll mit vollmundigen Versprechen. Wer von diesen mutigen Helden ist bereit, dafür zu sorgen, dass ein Bauer gleich viel verdient wie ein Spieler? Es wäre längst an der Zeit, dass der Staat die Energienutzung (Gas) den Bauern abnehmen würde, ähnlich wie bei der Kanalisation bei uns Städtern (gegen Feinstaub). Anstatt Geld für Sport zu verschleudern, könnten die Landmaschinen mit Russfiltern ausgerüstet werden. Trockenperioden wären kein Problem mehr, wenn 100 Millionen nicht für einen Spieler verschleudert würden, sondern für Regentanks. Ich liess vor bald 20 Jahren 13 000 Liter Regentanks bei mir eingraben und wurde ungläubig gefragt, wieso ich das mache ohne Subvention. Meine Hartnäckigkeit wurde im Nachhinein belohnt durch den Förderpreis und tiefere Abwasserkosten.

Tony Stocklin, Steinhausen

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